Michael Busch "Wir werden nie alle zufriedenstellen können." Die Feststellung des Herzogenauracher Bürgermeisters German Hacker (SPD) wurde untermauert durch eine kleine Demonstration vor dem Eingang des Herzogenauracher Vereinshauses. "Stub ja - aber keine Kosbacher-/Wöhrmühlbrücke" konnten die Besucher des 6. Stub-Dialogforums auf den Plakaten der Initiative "Wiesengrundfreunde" lesen. Diese sind mit den Planungen, die im Vereinshaus präsentiert wurden, nicht einverstanden.

Über 100 mögliche Streckenführungen für die zu entstehenden 25 Kilometer, die Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach mit einer Straßenbahn verbinden sollen, hat der Zweckverband geprüft und bewertet. In einem mehrstufigen formalisierten Auswahlverfahren wurden Schritt für Schritt die aussichtsreichsten Varianten ermittelt.

Zunächst startete Moderator Christoph Ewen mit der Abfrage der Stimmungen in den Städten. German Hacker zeigte sich optimistisch. "Die letzten zu lösenden Schlüsselfragen beziehen sich auf das Erlanger Stadtgebiet, aber gemeinsam werden die Dinge jetzt sondert gebracht, dass der Prozess in die nächste wichtige Phase gehen kann."

Noch mal die Grundlagen

Florian Janik (SPD) betonte, dass ein wichtiger Schritt bisher gegangen worden sei, "das Gros der Arbeit liegt aber noch vor uns!" Denn nach dem erfolgreichen Abschluss der Raumordnungsverfahren wäre die Phase I erledigt, eine Phase von vier Phasen gesamt.

Bevor es zur tatsächlichen Vorstellung der geplanten Trasse kam, gab es noch eine Schnelleinweisung für neue Teilnehmer am Forum sowie die Präsentation zu den Vorzügen einer Straßenbahn inklusive der CO2 -Vermeidung, der Verlagerung des Individualverkehrs sowie weitere Umweltaspekte. "Den Anfang hatten wir damals in Herzogenaurach gemacht", erklärte Daniel Große-Verspohl, Geschäftsleiter des Zweckverbandes. Und weiter: "Nun schließt sich der Kreis wieder: In Herzogenaurach werden wir die Suche nach der besten Streckenführung für die Stub beenden."

Irgendwann anfangen

Wobei die Akteure zugeben mussten, dass Herzogenaurach selber keine allzu große Rolle mehr spiele. Der einzig strittige Punkt war die Frage, ob die Trasse durch die Flughafen- oder die Rathgeberstraße ginge. Anhand der Bewertungen, die unter anderem einen Blick auf die betroffenen Pflanzen und die Artenschutzvielfalt, das kulturelle Erbe und die betroffenen Flächen und Boden warfen, kam es zur letztlichen Empfehlung. Dieser Teilabschnitt wurde mit der Entscheidung des Stadtrates im Juni 2018 abgeschlossen: In Herzogenaurach geht es durch die Rathgeberstraße.

In Erlangen gibt es noch mehr Teilabschnitte, die in den Bewertungen weitgehend vorliegen, so dass es nun um die Bewertung geht, um auch diese Teilabschnitte abzuschließen. Es gibt in Tennenlohe unterschiedliche Möglichkeiten, in Erlangen-Süd, im Zentrum sowie in Büchenbach. Bei der Regnitzüberquerung gibt es schon einen Beschluss des Stadtrates, was den anwesenden Bürgern der Initiative nicht wirklich gefiel.

Florian Janik reagierte auf die Vorwürfe von Vertretern der Initiative, die den Planern vorgeworfen hatten, dass die Fragen des Klimaschutzes und der Artenvielfalt mit der jetzigen Entscheidung nicht berücksichtigt würden. "Wir retten die Welt mit der Stub nicht", gab Janik zu. Aber: "Es ist richtig, das noch nicht alle umsteigen. Zwei Prozent Umsteiger ist noch nicht viel, aber ein Anfang. Und wir müssen eben irgendwann und irgendwie anfangen, wir müssen sicher noch mehr tun."

Thema Aurachtalbahn

Janik erläuterte, dass auch bei den weiteren Varianten es zu einem Eingriff in den Wiesengrund gekommen wäre. "In der Abwägung haben wir uns für diese Variante entschieden."

Auch die Aurachtalbahn wurde nochmals in die Diskussion eingebracht. Dort erklärte Daniel Große-Verspohl: "Wir haben diese Variante überprüft. Die Deutsche Bahn teilte uns mit, dass die vorgestellte Taktung in den bestehenden Verkehr nicht eingegliedert werden könne." Im Ergebnis hieße dies: Endstation Bruck. Ein durchgängiger Verkehr über Erlangen nach Nürnberg sei nicht möglich. Abgesehen davon werden die bevölkerungsreichen Gebiete nicht erschlossen.

In einer Informationsrunde und anschließenden Diskussion wurde auf die einzelnen Planungen nochmals intensiv eingegangen. Phase I steht kurz vor dem Ende.