Mit einem Haushaltsvolumen von 21,911 Millionen Euro will die Stadt Bad Rodach die Herausforderungen des laufenden Jahres angehen. In seiner jüngsten Sitzung verabschiedete der Stadtrat einstimmig das von Kämmerer Michael Fischer ausgearbeitete Zahlenwerk.

Im Einzelnen sieht das Papier einen Verwaltungshaushalt vor, der in den Einnahmen und Ausgaben mit 12,9 Millionen Euro abschließt. Im Vermögenshaushalt sind 8,993 Millionen Euro aufgeführt; 6,761 Millionen Euro (75,6 Prozent) finden sich im Bereich der Investitionen wieder. Der Rest von 2,322 Millionen Euro betrifft die "Allgemeine Finanzwirtschaft", hier vor allem die ordentliche Darlehenstilgung in Höhe von 887 000 Euro.

Der Löwenanteil der Investitionen entfällt demnach auf den Bereich "Öffentliche Einrichtung": So sind unter anderem für verschiedene Maßnahmen am "Heldritter Steig", am "Schafberg" (Heldritt), der Brauhausstraße (Gauerstadt), dem "Krautgarten" (Breitenau), der Lessing- und der Siedlungsstraße Ausgaben von 845 000 Euro vorgesehen. Die Kanalarbeiten in der Heldritter Straße werden mit 600 000 Euro veranschlagt. Für die Kläranlagen in Bad Rodach und Gauer­stadt müssen 320 000 Euro aufgewendet werden.

Im Bereich des Bau- und Wohnungswesens will die Kur­stadt 1,3 Millionen Euro ausgeben. Einer der größeren Posten ist hier der Ausbau des Kernwegenetzes mit einem Volumen von 200 000 Euro. Hier fest eingebunden ist der Ausbau des "Güllewegs" in Elsa. Möglich wäre es, aus diesem "Topf" auch den, vor allem von der CSU-Fraktion geforderten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Lempertshausen-Heldritt voranzutreiben. Kämmerer Fischer erläuterte hierzu, dass bei dieser Höhe des Haushaltsansatzes, unter Berücksichtigung der derzeitigen Förderkulisse, ein Investitionsvolumen von etwa 1,3 Millionen Euro möglich sei. Auch hat der Stadtrat daran gedacht, im Bereich des Rathauses zu investieren. Für Erneuerung der EDV, Ausbau der Digitalisierung und weiterer Maßnahmen werden rund 330 000 Euro in die Hand genommen. Moritz Regenspurger (CSU) verwies darauf, dass man für die Feuerwehr Bad Rodach die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für 130 000 Euro fest im Visier hat. Dem Haushaltsplan ist auch zu entnehmen, dass sich die Stadt mit dem Gedanken trägt im kommenden Jahr ein neues Tanklöschfahrzeug anzuschaffen. Kostenpunkt hier: rund 350 000 Euro.

Kämmerer bremst

Bei aller Euphorie, dass man in diesem Jahr etwa 40 einzelne Projekte zum Wohle der Bürger der Kurstadt umsetzen will, führte Kämmerer Michael Fischer vor Augen, dass es einer große Anstrengungen der Stadtverwaltung bedarf, die geplanten Maßnahmen am Ende zu realisieren.

Keinen Hehl machte der Kämmerer daraus, dass die Stadt die Investitionen nur durch die staatliche Gewerbesteuerkompensation von 2,8 Millionen Euro finanzieren kann. Auch wenn die Stadt einen neuen Kredit in Höhe von 600 000 Euro aufnehmen muss, konnte die Verschuldung aufgrund der hohen Tilgungsraten um 280 000 Euro auf rund zwölf Millionen Euro reduziert werden. Eingeschlossen ist hier ein rentierliches Darlehen von 2,6 Millionen Euro, das für den Wohnungsbau in der Max-Roesler-Straße benötigt wurde. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Kurstadt beläuft sich damit auf rund 1850 Euro (Landesdurchschnitt: 510 Euro).

Für Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) ist der Haushalt ein positives Signal, dass in der Krise investiert wird. "Wir üben uns nicht in Zurückhaltung, sondern geben Gas", so das Stadtoberhaupt. Dank sagte er dem gesamten Stadtrat, dass man zu einer sehr guten Einigung gekommen ist.