Karl-Heinz Hofmann

Fronleichnam ist das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi. Der Altaraufbau ist überall große Ehrensache für die katholischen Christen und oft traditionell in Familienhänden. In Windheim wird das Fronleichnamsfest nach alter Tradition und Ritual seit Jahrhunderten festlich begangen.
Altbürgermeister Gerhard Neubauer (er war von 1990 bis 2002 Bürgermeister von Steinbach am Wald), ist Windheimer und war schon von Kindesbeinen an beim Altaraufbau dabei. Er weiß aus eigener Erfahrung, und auch aus Überlieferung seiner Vorfahren, wie viel Mühe, aber auch Liebe zum Glauben und Frömmigkeit, hinter den Altaraufbauarbeiten steckt.
Am frühen Morgen des Feiertags Fronleichnam (dem Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi) werden Altar- Einzelteile aus ihrer Einlagerung geholt. Diese wurden Tage vorher schon von Staub befreit und herausgeputzt.
"Der wichtigste Schritt ist, wie beim Hausbau, das Fundament", erklärt Neubauer mit leichtem Schmunzeln. Aber wohlwissend, dass es eine ernste Angelegenheit ist, denn sowohl die Stufen als auch der Altartisch müssen in die Waagerechte gebracht werden, vor allem bei einer unebenen Hoffläche, auf der die sakrale Einheit aufgebaut wird. Wenn das große Mittelstück mit dem Altarbild "Jesus mit Kelch und Brot" sowie die beiden Apostel Petrus und Paulus als Seitenbilder gesetzt sind, ist die akribische und zum Teil körperlich anstrengende Arbeit getan.
Dazu ist mindestens ein großer Helfer erforderlich, der das obere Bild auf die Mitte des Hauptbildes aufsteckt. Nun folgt das liebevolle, aber nicht weniger akribische Schmücken mit Kerzenleuchter und Blumen. Die weißen Altartücher müssen genau ausgerichtet und befestigt werden. Ein Kruzifix, umrahmt von sechs Kerzenleuchtern, macht die Altargestaltung vollständig. Vor den Altarstufen wird ein Teppich ausgelegt, und an den Altarseiten zieren junge Birkenbäumchen das sakrale Refugium. Auch an die Abstellungsmöglichkeit für die Statuen und Heiligenfiguren, die bei der Prozession mitgetragen werden, ist gedacht, dafür stehen Bänke bereit, die mit weißen Tüchern verziert werden.


Hinaus in die Natur

"Mit der Prozession will man unserem Herrn Jesus und Heiland in einer Jahreszeit, in der die Flora in schönster Blüte ist, hinaus in die Flur und Natur begleiten", so der Altbürgermeister. Durch mündliche Überlieferung weiß der über 80-Jährige, dass dieser Altar seit Mitte des 19. Jahrhunderts genutzt wird und schon von seinen Großeltern aufgebaut wurde. Das Hauptbild vom früheren Altaraufbau ist heute noch im Familienbesitz. Für ein Foto holt es die Familie aus dem Keller. Es zeigt das "Alte und Neue Testament", gemalt von A. Jacob Linck auf Leinwand und stammt aus dem Jahr 1822. Auch eine Restaurierung von Max Nödl im Jahr 1947 lässt sich anhand schriftlicher Dokumentationen nachvollziehen. Gerhard Neubauer hat heuer wieder den Altar mit aufgebaut. Seit vielen Jahren helfen dabei seine Frau Ida, Tochter Steffi und Sohn Jörg, auch Enkel Jakob zeigt schon Interesse am Aufbau. Auch der über 80-jährige Bruder von Gerhard Neubauer, Edwin Neubauer, ist mit seiner Frau Martha immer mit am Aufbau beteiligt.


Beginn um 8.30 Uhr

Die Fronleichnamsprozession in Windheim beginnt an Fronleichnam um 8.30 Uhr mit einem Amt in der St.-Nikolaus-Kirche, anschließend findet die Prozession durch den Ort statt.