Die Corona-Pandemie ist für die Schulen eine besondere Herausforderung - für Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen. Dies ging aus den Berichten der Schulleiter bei der Sitzung des Zweckverbandes Schulzentrum Haßfurt hervor. Den Zweckverband bilden der Landkreis Haßberge und die Stadt Haßfurt. Die Schulleiter sprachen alle die Hoffnung aus, dass zu Beginn des neuen Schuljahres im September wieder eine gewisse Normalität eintreten möge. Die Auswirkungen der Pandemie hätten das schulische Lernen verändert, sagten sie, und deswegen war die Freude groß, dass der Bayerische Staat noch zusätzlich 98 436 Euro für das "Sonderbudget Leihgeräte" zur Verfügung stellt.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) meinte, dass der Zweckverband dankbar sein solle, auch weil diese Förderung kurzfristig geschehe. "Dies ist ein warmer Regen für uns und ohne ihn hätten wir das selbst finanzieren müssen. Dabei wäre es um einen sechsstelligen Betrag gegangen. Jetzt erhalten wir aber eine 100-prozentige Förderung und müssen keinen Eigenbeitrag leisten." Das Sonderbudget verteilt sich entsprechend den Schülerzahlen von insgesamt 1904 Schülern auf die Mittelschule mit 14 631 Euro (283 Schüler), die Realschule mit 30 141 Euro (583 Schüler) und auf das Gymnasium mit 53 664 Euro (1038 Schüler).

Große Herausforderung

Landrat Schneider nannte die Corona-Pandemie "eine große Herausforderung für alle, die mit Schule zu tun haben. Für alle Eltern, die Lehrer und Schüler war das eine besondere Situation. Aber in Summa ist es bei uns doch gut gelaufen und wir leisteten dazu auch unseren Beitrag. Bei der Digitalisierung waren wir schon einige Meter weit, aber wir haben noch viel Potenzial vor uns. Da ist es sehr positiv, dass wir durch Fördermittel so gut unterstützt werden. Wir haben nun die Aufgabe, diese Mittel intensiv einzusetzen."

Die Leiter der verschiedenen Schulen beleuchteten die vergangenen Monate. Studiendirektorin Maria Eirich (Gymnasium) gestand ein, dass die Corona-Krise Auswirkungen auf die Atmosphäre in der Schule hat. Sowohl die Aufmerksamkeit als auch der Unterricht hätten sich verändert durch das Auseinandersitzen der Schüler. In der sonst so quirligen Schulstraße habe man fast keine Schüler gesehen, aber sie hätten sich an die Maskenpflicht gehalten. Digital habe das Gymnasium bis Ostern über E-Mail und dann auch mit Videokonferenzen Kontakt aufgenommen. Hier habe sich viel getan, sagte sie.

Notbetreuung in vier Gruppen

Die Grundschulrektorin Gisela Schott ging auf die andere Struktur ihrer Schule ein und auf die Notbetreuung, die die Grundschule über vier Gruppen anbot, auch über die Oster- und Pfingstferien. Mit der Digitalisierung sei die Grundschule gut vorangekommen.

Rektor Matthias Weinberger von der Albrecht-Dürer-Mittelschule unterstrich die Bedeutung der sozialen Kontakte. Man habe gespürt, "wie gerne die Schüler wieder in ihre Schule gekommen sind und die Schule auch einen anderen Stellenwert erlangt hat. Die Stimmung ist gut und wir hoffen, dass im September eine gewisse Normalität eintritt - ohne Kontaktbeschränkungen."

Hartmut Hopperdietzel von der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule erwähnte den großen Aufwand und die Tatsache, dass manche Schüler 13 Wochen keine Schule gesehen haben. Die Aufnahme des Schulbetriebs habe große Dankbarkeit ausgelöst. Die Schwierigkeit sei, wie die einzelnen Orte durch Internet zu erreichen seien. So sei es ein Unterschied, ob man in Haßfurt oder Prappach wohne. Man müsse zukünftig schauen, wie man die Belastung der Eltern reduzieren könne. "Die Ausstattung unserer Schule ist hervorragend, aber es stellt sich die Frage, wie es mit den Elternhäusern ist", sagte er.

Und in den Sommerferien?

Die Verbandsräte sprachen die Notbetreuung in den Sommerferien an. Das Kultusministerium habe zwar eine Umfrage bei den Schulen gemacht, "aber auf Kreisebene ist bei uns noch nichts aufgeschlagen", sagte der Landrat Wilhelm Schneider. Der Kreisrat Bernhard Ruß (SPD) hält es für schwierig, das geeignete Personal zu finden, denn es sei nur noch wenig Zeit.

Den Haßfurter Stadtrat Michael Schlegelmilch (CSU) interessierte die Frage, wie die Rektoren das neue Schuljahr angehen wollen. Dabei kommt es darauf an, ob nach den Ferien eine neue Welle kommt, hieß es. Man sollte sich eben auf verschiedene Szenarien vorbereiten, wurde vorgeschlagen. Das sieht auch das Kultusministerium so, erfuhren die Räte.