von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Bad Staffelstein — Zu einem Zentrum rund um Landwirtschaft und Umwelt wird das Ämtergebäude an der Lichtenfelser Straße ausgebaut. Die umfassenden Sanierungsarbeiten laufen oder sind zum Teil schon abgeschlossen. Am 27. September soll der renovierte Gebäudekomplex mit einem Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht werden.
Das Coburger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten behält seine Außenstelle in Bad Staffelstein und baut sie sogar noch aus, sagt Leitender Landwirtschaftsdirektor Hans Vetter.
Neu hinzu kommt die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands (BBV), die derzeit noch in der Dr.-Martin-Luther-Straße in Lichtenfels untergebracht ist, erklärt Kreisgeschäftsführer Hans Rebelein. Die beiden Lichtenfelser BBV-Geschäftsstellenmitarbeiter ziehen nach Bad Staffelstein um, ebenso die vier Sachbearbeiter des BBV-Beratungsdienstes, die Landwirte in steuerlichen Fragen betreuen. Zudem verlagert der Bauernverband drei bis vier Arbeitsplätze seiner Buchstelle aus Bamberg nach Bad Staffelstein, so dass der BBV künftig rund zehn Stellen in dem Staffelsteiner Ämtergebäude besetzen wird. "In dem Haus, in dem wir jetzt sind, können wir nicht bleiben", denn der Verband müsste viel Geld in die längst fällige Renovierung stecken, begründet Hans Rebelein den Umzug nach Bad Staffelstein.

Optimaler Standortfaktor

Vetter und Rebelein sind sich darin einig, dass Bad Staffelstein optimale Standortfaktoren besitzt. Sowohl die Parkplatzsituation sei hier gut als auch die Anbindung an die Verkehrswege. Außendienstmitarbeiter seien schnell auf der Autobahn, was ihre Mobilität deutlich erhöhe.
Der BBV wird künftig im ersten Stock des historischen Altbaus und des funktionalen Anbaus von 1955/56 untergebracht sein. Das Amt für Landwirtschaft und Ernährung belegt hingegen die Büros im Erdgeschoss - im Barockbau finden die Mitarbeiter des Fachzentrums für Agrarökologie Platz, im Anbau jene des Fördersachgebiets.
Weil die Mitarbeiter von Landwirtschaftsamt und Bauernverband dann räumlich nahe beieinander sitzen, erwartet sich Hans Vetter viele Synergieeffekte. Seine Behörde werde künftig acht feste Mitarbeiter in Bad Staffelstein stationieren, sagt Vetter. Hinzu kämen die fünf Agrarökologen und mehrere Mitarbeiter anderer Behörden, für die in Bad Staffelstein sogenannte Telearbeitsplätzen geschaffen wurden, um sie heimatnah einsetzen zu können.
Unterm Strich werden sich spätestens im Herbst bis zu 30 Arbeitsplätze in dem sanierten Ämtergebäude befinden, das dem Freistaat Bayern gehört. "Der Standort Bad Staffelstein ist damit gesichert", resümiert Hans Vetter. Die entsprechende Infrastruktur für Telekommunikation und Computertechnik wird soeben neu geschaffen. Handwerker sind momentan dabei, dicke Kabelstränge in den Wänden zu verlegen.
Während die neue Pelletheizung im Keller des Anbaus bereits in Betrieb ist, arbeiten in den meisten der künftigen Büros zur Zeit noch die Handwerker. Wände und Stuckdecken werden restauriert, die historischen Türen und Zargen des Barockgebäudes gilt es zu überarbeiten und wieder einzusetzen, neue Fenster werden installiert und vermauerte Fensterlaibungen geöffnet. Auch die repräsentative Treppe im Eingangsbereich des Barockgebäudes wird renoviert und ist sicher bald ein funktionales Schmuckstück.
Das Restaurieren des Daches und die thermische Außensanierung des Gebäudekomplexes erfolgte bereits vor rund zwei Jahren. Im Zug dieser Arbeiten wurde die alte Ölheizung ausgemustert, die einen enormen Verbrauch hatte.
Insgesamt kosten die Sanierung und der Umbau nach Hans Vetters Worten rund 800 000 Euro. Dabei sei derzeit noch nicht entschieden, ob an der Außenseite des L-förmigen Gebäudekomplexes ein Aufzug angebaut wird, was die Investitionssumme sicherlich auf rund eine Million Euro erhöhen würde.