Im sogenannten Saalebogen wird die Stadt Bad Kissingen ab Oktober rund 2500 Kubikmeter Erde bewegen: Wie der Bauausschuss in seiner Sitzung am 17. März beschlossen hat, wird eine Geländemodellierung mit einer weich profilierten Mulde mit rückwärtiger Anbindung an die Saale geschaffen. Dabei werden etwa 2500 Kubikmeter Lössboden abgetragen. So entsteht ein Relief mit unterschiedlich ausgeformten Bereichen wie Sonnen- und Schattenböschungen, Erhebungen und trockenen sowie wechselfeuchten Mulden. An der Saale entsteht ein beruhigter Flachwasserbereich mit wechselfeuchten Übergängen ins Gelände.

Sich selbst überlassen

Diese, derzeit als Wiese genutzte Fläche, die bisher weder in Fauna noch in Flora Besonderheiten aufweise, werde durch die geplanten Veränderungen unter den Gesichtspunkten Landschaftspflege und Naturschutz deutlich aufgewertet, wie es in einer Meldung der Stadt an die Presse heißt. Durch den beachtlichen Vorlandabtrag werde zudem neuer Raum für den natürlichen Rückhalt von Hochwasser geschaffen.

In der Fläche wird durch den Bodenabtrag eine Vermagerung erreicht, die zusammen mit der Ausbildung eines vielfältigen Lebensraumes mit unterschiedlichen Untergrundbedingungen eine gute Basis für eine naturnahe Besiedlung mit Wildpflanzen sein wird. Die bearbeiteten Flächen werden darum nach Abschluss der Geländemodellierung der Selbstbegrünung überlassen und werden langfristig neuen, hochwertigen Lebensraum für eine artenreiche Ansiedelung von Insekten und Lurchen bieten.

Die bereits vorhandenen Bäume bleiben als Ufersicherung und Schattengehölze erhalten. Die steinerne Ufersicherung am Prallufer in diesem Abschnitt der Saale bleibt bestehen, wird gesichert und mit fixiertem Höhengrat zur Vermeidung von Überschwemmungen in benachbarten Flächen versehen.

Bootseinsetzstelle wird verlegt

All diese Baumaßnahmen werden aus Gründen des Vogelschutzes erst ab Oktober ausgeführt. In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt wird die Verlegung der von den Arbeiten betroffenen Bootseinsetzstelle für Kanus geprüft und auch dafür eine naturschutzfachliche und artenschutzverträgliche Lösung erarbeitet.

Der Grünordnungsplan mit seiner Begründung liegt vom 25. Juni bis zum 26. Juli im Feserhaus, Rathausplatz 4 im Erdgeschoss, während der allgemeinen Dienststunden öffentlich zur Einsichtnahme für Jedermann aus. Auf Verlangen wird über den Inhalt auch Auskunft gegeben. Die Stadt Bad Kissingen empfiehlt für die persönliche Einsichtnahme die Vereinbarung eines Termins unter Tel.: 0971/807 32 01.

Unterlagen im Internet

Wegen der Corona-Pandemie wird auch explizit auf die ebenfalls öffentliche Bereitstellung aller Unterlagen des Grünordnungsplanes mit der dazugehörigen Begründung auf www.badkissingen.de/bauleitplanung unter "GOP Ausgleichsfläche Saalebogen, 1. Änderung" hingewiesen. red