In wochenlanger Kleinarbeit haben Ingrid und Bruno Tittel das nahezu 90 Jahre alte Wegekreuz des kleinen Marktleugaster Ortsteils Baiersbach instandgesetzt. Mit Unterstützung vieler Helfer wurde es jetzt auf dem Anwesen von Una und Richard Nölscher wieder aufgerichtet.

In einer kleinen ökumenischen Feierstunde segneten die Pfarrer Adrian Manderla aus Marienweiher und Hans-Jürgen Müller aus Stammbach das Schmuckstück. Viele Bürger wohnten dem Ereignis bei und zeigten sich dankbar für die ehrenamtliche Arbeit.

Bürgermeister Franz Uome blickte auf eine wunderbare Sache und lobte die Restaurierung durch die Familie Ingrid und Bruno Tittel.

Pfarrer Hans-Jürgen Müller las einen Text aus den Briefen des Apostels Paulus. "Das Kreuz ist ein Zeichen, dass Gott unter uns wohnt. Und wenn wir darauf schauen, haben wir unser Ziel vor Augen", sagte Pfarrer Pater Adrian Manderla.

Bruno Tittel richtete den Blick zurück auf das Ende der 1920er Jahre, als das damalige Anwesen der Familie Rödel abbrannte. Nach dem Wiederaufbau in den Jahren 1930 bis 1932 wurde das Kreuz an der Giebelseite des Hauses angebracht. Nach dem Erwerb des Anwesens durch die Familie Michael Buß zog die Familie Rödel nach Ludwigschorgast.

1980, als das Haus durch einen Anbau vergrößert wurde, versetzte man das Kreuz in den Vorgarten. Zwischenzeitlich war der Balken weggefault, der Korpus wurde eingelagert.

Una und Richard Nölscher entschlossen sich, das Kreuz wieder herzurichten. Sie beauftragten die Familie Tittel, den Korpus zu restaurieren und das Kreuz zu erneuern. Die genaue Entstehung des Flurkreuzes konnte nach den Worten Tittels nicht ermittelt werden.

"In unserer Marktgemeinde haben wir nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten. Umso mehr dürfen solche Kostbarkeiten wie das Flurkreuz der Familie Nölscher nicht in Vergessenheit geraten", sagte Bruno Tittel. kpw