In Zeiten des Klimawandels, wenn die Sommer immer heißer und trockener werden, brauchen Orte angenehm kühle, schattige Rückzugsbereiche mit viel Grün, die auch bei ausbleibendem Regen genug Wasser bereithalten, um durch Verdunstung zu kühlen. Einen solchen schafft die Gemeinde Altenkunstadt mit ihrer Neugestaltung des Areals rund um die Raiffeisenbank.

Im November vergangenen Jahres hatte man den offiziellen Spatenstich für die Maßnahme vollzogen. Vorarbeiten, wie die Grenzfreilegung oder der Abriss des Hauses Gerbergasse 10, das Parkplätzen hatte weichen müssen, wurden durchgeführt. Am Dienstagabend nun stellte Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila die Ausführungsplanung vor, die sie gemeinsam mit dem Hofer Architekten Klaus Greim entworfen hatte. Diese wurde von den Gemeinderäten in den höchsten Tönen gelobt. Sie brachten jede Menge Verbesserungsvorschläge ein, die von den Experten auf ihre Umsetzung geprüft und dann in die Planungen mit einbezogen werden sollen.

Die eingangs angesprochenen Aspekte ziehen sich wie ein roter Faden durch die Planung. Die renaturierte Weismain mit einer Kneippanlage lädt zu einem erfrischenden Fußbad, der Platz vor dem Kreditinstitut mit einer großen Eiche, Springbrunnen und Bänken zum Verweilen ein. Auf mehreren Stegen kann man seinen Blick über das Gewässer mit seinen blühenden Uferböschungen schweifen lassen, auf den Sitzstufen entlang der Weismain sein Eis genießen. "Die Aufenthaltsqualität wird deutlich gesteigert", resümierte die Fachfrau. Der Platz vor der Bank, den Augsten als "Herzstück der Anlage" bezeichnet hatte, bleibt autofrei. Die derzeit bestehenden Parkplätze sollen Hecken oder wie von Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) vorgeschlagen, Fahrradstellplätzen weichen.

Ladesäulen und Parkplätze

Auch Nachhaltigkeit wird bei dem Vorhaben großgeschrieben. Im Bereich hinter der Bank soll eine Elektroladesäule, an der zwei E-Autos tanken können, errichtet werden. Für Karlheinz Hofmann (SPD) ist das zu wenig. "Die Leute können zu Hause laden", erwiderte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU). "Beim Eisessen sein Auto laden - das zieht Leute an", folgte der sozialdemokratische Widerspruch auf dem Fuße.

Parkplätze befinden sich hinter den zwei Bankgebäuden, in der Gerbergasse gegenüber der Wohnanlage "In der Heimat wohnen" und hinter dem Haus Gerbergasse 2. Rolf Gnatzy von der Freie-Wähler-Gemeinschaft (FWG) sprach sich für breitere Stellplatzflächen aus, was den Wegfall einiger Parkplätze zur Folge gehabt hätte. Mit fünfzehn zu sechs Stimmen wurde sein Antrag, die Breite um 25 Zentimeter auf 2,75 Meter zu erhöhen, abgelehnt.

Als gestalterische Elemente, wie es Augsten formulierte, sah die Planung im vorderen Bereich der Weismain den Bau von drei Stegen vor. Für die Mehrzahl im Gremium war das eine Brücke zuviel. Auf Antrag von Maximilian Deuber (FWG) wurde mit 16 zu fünf Stimmen die Zahl der Übergänge auf zwei reduziert.

Geldsegen für die Gemeinde

Hans-Werner Schuster und Thomas Geldner (beide CSU) sprachen sich dafür aus, auf dem Platz vor der Raiffeisenbank, der laut Planung komplett gepflastert werden soll, asphaltierte Bereiche für Ältere und Behinderte zu schaffen. Augsten erwiderte, dass das Pflaster auch für diese Personengruppen begeh- oder befahrbar sei. Für ihren Fraktionskollegen Gunter Czepera würden Asphaltwege das harmonische Bild des Platzes stören. Eine Entscheidung wurde noch nicht gefällt.

Stephanie Dittrich von den Grünen regte an, die Bordsteine zum Wohle der Älteren und Behinderten so weit wie möglich abzusenken. Die Freien Wähler sprachen sich für einen Zebrastreifen zur Eisdiele aus, was mit dem Landratsamt abgestimmt werden soll, da es sich bei der Überquerung der Theodor-Heuss-Straße um eine Kreisstraße handelt. Nach Ansicht von Rebecca Mätzke-Zapf von der Jungen Wähler Union (JWU) sollten die Sitzmöglichkeiten so vandalismussicher wie möglich sein.

Laut Bürgermeister Robert Hümmer erhält Altenkunstadt 335 692 Euro an Gewerbesteuerausgleich und 2,4 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen. Auch die von der Corona-Pandemie arg gebeutelte Gastronomie kann sich über einen Geldsegen freuen. Bei einer Gutscheinaktion im Dezember kamen insgesamt 8780 Euro für die örtlichen Restaurants und Gaststätten zusammen. Die Gemeinde hatte sich mit zehn Prozent am Gutscheinwert beteiligt, was einer Summe von 878 Euro entspricht.

Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) hatte bereits mehrfach eine Einberufung des Bauherrenausschusses, der sich um die Generalsanierung der Grundschule Altenkunstadt kümmert, gefordert. Der Bürgermeister musste ihn erneut vertrösten. In Corona-Zeiten seien Sitzungen ohne Beschlüsse weiterhin nicht erlaubt. "Dann müssen wir eben in dem Ausschuss Beschlüsse fassen", entrüstete sich der Fragesteller. Des Weiteren teilte Hümmer auf Nachfrage Deuerlings mit, dass zum Haushaltsplan für das Jahr 2021 noch keine Termine für Vorberatungen geplant seien.