Andreas Dorsch

Auf den ersten Blick ist es ein alter Sandsteinquader, der dieser Tage bei den Arbeiten für die Neugestaltung der Hauptstraße in Höchstadt ans Tageslicht kam. Könnte ja vielleicht vom Fundament eines hier einst stehenden Hauses stammen? Offensichtlich wurden die Bauarbeiter beim näheren Hinsehen aber doch stutzig und holten sich Rat von Experten. Inzwischen gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Stein doch eine größere Vergangenheit hat.
Es handelt sich vermutlich um einen Teil der Stadtmauer, die sich vom Stadtturm entlang der Steinwegstraße über den Graben in die heutige Dr.-Haas-Gasse zog. Weite Teile dieses Mauerrings sind noch erhalten.
Wie der FT in Erfahrung brachte, fand am gestrigen Freitag vor Ort eine Besprechung statt, an der neben Vertretern der Baufirma und des Planungsbüros auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und ein Experte vom Landesamt für Denkmalpflege teilnahmen. Man verständigte sich darauf, in diesem Bereich vorerst nicht weiter zu graben und die Ergebnisse einer eingehenderen Untersuchung abzuwarten.


Aus dem 14 Jahrhundert?

An dieser Stelle am Graben verlief einst der zweite Befestigungsring um Höchstadt. Im Jahr 1348 wurde hier erstmals ein Palisadenzaun erwähnt, der wohl im 14. Jahrhundert durch eine Mauer mit Schießscharten ersetzt wurde.
Wie der Höchstadter Heimatforscher Anton Wölker in seinem Buch festgehalten hat, stand hier einmal der runde, so genannte Pfeifturm, in dem der Stadtpfeifer wohnte. An den Pfeifturm schloss sich das Pfeiftor - auch Bamberger Tor genannt - an.