In der Stadtratssitzung am Donnerstag hatte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) es kurz erwähnt: Coburg wurde in das Förderprogramm der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern aufgenommen. Somit können - wie schon im Landkreis - Hausärzte gefördert werden, die sich in Coburg niederlassen.

Am Freitag informierte die Stadt-Pressestelle über Einzelheiten: Die medizinische Versorgung durch Hausärzte in der Region sei prekär. "Wir erhalten fast täglich Anrufe oder Briefe von verzweifelten Coburgerinnen und Coburgern, die trotz Krankheit keinen Hausarzt mehr finden", wird OB Sauerteig zitiert. "Die noch bestehenden Hausarzt-Praxen sind überlastet und können niemanden mehr aufnehmen", erklärt Ullrich Zuber, Vorsitzender des Coburger Hausarztvereins.

In unterversorgten ländlichen Gebieten können Hausärzte eine Förderung des Freistaates Bayern in Höhe von 60 000 Euro erhalten, wenn sie sich niederlassen. Allerdings gilt diese Förderung nur bis zu einer Größe von 20 000 Einwohnern. "Wir haben uns extra in München erkundigt. Angehende Hausärzte in Coburg haben keine Chance, diese Förderung zu erhalten", sagt Sauerteig. Eine direkte finanzielle Förderung von Hausärzten durch die Stadt sei aufgrund der Bundes- und Landesgesetze schwierig.

Auch die Hausärzte selbst warnen vor Unterversorgung in Coburg. Abgesehen davon, dass es jetzt schon zu wenige Hausärzte seien, stünden viele schon nahe am Rentenalter, sagt Zuber. "Das ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch ein Standortnachteil für die ganze Region."

Hausarztverein, OB und die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft taten sich zusammen. Hausarztverein und Sauerteig persönlich wandten sich in dringlichen Briefen an die für die Verteilung von Ärzten zuständige Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB). "Die KVB hat daraufhin ein eigenes Förderprogramm für den Planungsbereich Coburg ausgeschrieben. Demnach gewährt die KVB einen Niederlassungszuschuss von bis zu 60 000 Euro und einen Zuschuss für die Errichtung einer Zweigpraxis von bis zu 20 000 Euro", teilt die Stadt nun mit.

Sauerteig hofft nun, dass sich bald Ärzte finden, die sich in Coburg niederlassen. "Außerdem sind wir mit der Wifög bereits intensiv daran, mit Hilfe des Hausarztvereins, der GesundheitsregionPlus und Coburger Unternehmen sowohl kurz- als auch langfristige Konzepte zu schaffen und so weitere Anreize für Ärztinnen und Ärzte zu bieten, damit sie sich in Coburg niederlassen. Die medizinische Versorgung in Coburg hat oberste Priorität." red