Die Sanierung des Oberdorfs war das wichtigste Thema der Adelsdorfer Gemeinderatssitzung am Mittwochabend. Konkret geht es um die Sanierung der Kanalisation und der Oberflächen im Oberdorf, die Umleitung des Oberflächenwassers über einen Entlastungssammler sowie die Umgestaltung der Verkehrsflächen, erläuterte Andreas Seefeldt vom Planungsbüro GBI aus Herzogenaurach. Außerdem soll der Bereich an das Nahwärmenetz der Energiegesellschaft Adelsdorf angebunden werden, ergänzte Bürgermeister Karsten Fischakl (FW).

"Heute geht es um die grobe Planung", so Fischkal. "Der nächste Schritt ist dann die Feinplanung, zum Beispiel wo kommen die Parkplätze hin oder die Sträucher." Die Bevölkerung wird nicht außen vor gelassen. So flossen laut Seefeldt deren Vorschläge bei der Straßensanierung und Gestaltung mit in die Pläne ein. GBI-Geschäftsführer Andreas Zacherl gab zu Bedenken: "Wir bauen im Bestand, haben ein eingeschränktes Baufeld." Dennoch soll der Verkehr entschleunigt werden, beispielsweise durch Parklücken und Grünbereiche. "Wir wollen von einem wilden Parken zu einem sortierten Parken kommen", so Zacherl. Ein einseitiger, zwei Meter breiter Gehweg böte laut Seefeldt noch immer eine 5,50 Meter breite Fahrfläche.

Auch das Thema Starkregen wird in die Planung miteinfließen. "Die Maria-Ludwig-Straße sowie die Schlesierstraße ergeben den Tiefpunkt im Gelände", erklärt Seefeldt, "da fließt alles bei einem Starkregenereignis zusammen." Dort soll eine Mittelrinne angebracht werden, "um Wasser abführen zu können", wie Seefeldt erläutert.

Schätzkosten zwölf Millionen Euro

Geplant sind fünf Bauabschnitte, für jeden Bauabschnitt sind etwa ein bis eineinhalb Jahre eingeplant. Vom ersten Bauabschnitt, der 2021 in Angriff genommen wird, sind die Kaspar-Lang-Straße, die Albert-Schweitzer-Straße, die Peter-Rosegger-Straße, die Erlanger Straße sowie die Hauptstraße betroffen. Die grobe Kostenschätzung für die gesamte Bau-maßnahme beläuft sich auf zehn bis zwölf Millionen Euro.

"Ich war am 5. Dezember im Pfarrzentrum und habe der Öffentlichkeit das Projekt vorgestellt", sagt Fischkal. Am 16. Dezember fand ein Live-stream statt. Laut Fischkal war aufgrund von Corona eine andere Form der Bürgerbeteiligung nicht möglich. "Da wir im Bestand bauen, sind wir beim Ausbau der Straßen eingeschränkt", so der Bürgermeister. Jede Straße müsse daher einzeln betrachtet werden. Geplant ist, vor jedem Bauabschnitt die Anwohner nochmals zu einem Vor-Ort-Termin einzuladen.

Uwe Pöschl (CSU) ist auch wichtig, dass sich die Bürger auch noch zu einem späteren Zeitpunkt an das Nahwärmenetz anschließen können. "Das Netz der Energie GmbH zielt eben darauf ab, dass Kunden sich noch später anschließen können", sagte Fischkal. Geschäftsleiter Wolfgang Mößlein stellte dem Gremium die Nahwärme vor. 2021 ist eine neue Trasse geplant, die zwischen Schloss und Rathaus startet. Von der Hauptstraße, Erlanger Straße, Kaspar-Lang-Straße bis zum Oberdorf wird die sogenannte "Aorta" gebaut. Diese wäre mengenmäßig in der Lage, das Oberdorf mit Nahwärme zu versorgen.

Laut Mößlein lägen die Gesamtkosten dafür bei fünf Millionen Euro. "Der Baukostenzuschuss beträgt 5000 Euro", sagt Mößlein. Da ist dann der Wärmetauscher bereits mit drin. Wer nicht gleich mitmachen möchte, kann sich für 2500 Euro ein Anschlussrecht für 5 Jahre sichern. "Für einen späteren Anschluss muss der Bürger aber die tatsächlichen Anschlusskosten tragen."

Auf Frage von Kerstin Auer (Grüne), wie hoch die Kosten wären, erklärte Thomas Wolff vom Technischen Bauamt, dass allein für den Hausanschluss 5000 bis 6000 Euro fällig würden. "Da kommen noch weitere Kosten drauf, für die Leitung etc.", so Fischkal.

Norbert Lamm (SPD) geht das alles zu schnell. Er schlug vor, den Bürgern bis zur nächsten Sitzung am 27. Januar die Möglichkeit zu geben, die Unterlagen in der Gemeinde einzusehen. Auch forderte er klare, eindeutige Aussagen zu den Kosten. Auch Michael Auer (Grüne) würde die Planung gerne in den Januar verschieben. Jörg Bubel (SPD) wünscht sich mehr Informationen. "Ich weiß nicht mal, woher die zwölf Millionen kommen. Bei dem einseitigen Fußweg hätte ich gerne andere Varianten vorgestellt bekommen." Nach einigem lauten Hin und Her sah Fischkal sich schließlich gezwungen, Bubel das Wort zu entziehen. Den Planungen der Sanierung des Oberdorfs sowie der Ausweitung des Nahwärmenetzes wurde letztendlich mit drei Gegenstimmen entsprochen.