Herzogenaurach — Am vergangenen Wochenende starb Barbara Jung-Reusch in Folge einer schweren Krankheit. In Herzogenaurach und im Landkreis Erlangen-Höchstadt war sie vor allem als Gründerin von "Bücher, Medien und mehr" bekannt. Später führte sie auch die Bücherstube in Höchstadt.
Im Juli 1980 hatte sie zunächst am Marktplatz in Herzogenaurach ihre Buchhandlung eröffnet. Die 1951 in der Rhön geborene Barbara Jung-Reusch war 29 Jahre alt, als sie die Idee hatte, den Herzogenaurachern gepflegte Bücher und anspruchsvolle Literatur zu verkaufen sowie eine seriöse Beratung zu ermöglichen.
In Schweinfurt hatte sie ihre Buchhändlerlehre absolviert, in Würzburg in einer namhaften Buchhandlung gearbeitet, um dann in München beim C.H.-Beck-Verlag unterzukommen. Ein Zwischenstopp gab es in der "alten Heimat", der Rhön, wo sie den Eltern in der Gastronomie half, ihren Sohn und vier Pflegekinder großzog. Die aber nie abebbende Lust am Buch, an der Literatur, führte dazu, dass sie das unterfränkische Grenzland verließ, um den aus ihrer Sicht "weißen Flecken" Herzogenaurach zu bearbeiten.
In einem Interview sagte sie einst: "Ich bin Buchhändlerin geworden, weil ich Menschen und Bücher mag. Wäre ich nicht Buchhändlerin geworden, wäre ich jetzt Bildhauerin und Gärtnerin."
Neben ihrem Geschäft engagierte sich Jung-Reusch weiterhin vielfältig im Herzogenauracher Vereinsleben. Zonta, Mi ti nitatorin des Schlossgärtchenfestes und viele Tätigkeiten mehr zeugen von ihrer Kreativität und der Lust am Mitmenschen. Herzogenaurach hat eine Persönlichkeit weniger. mb