Karl-Heinz Hofmann Der Werkleiter der Stadtwerke Kronach, Jochen Löffler, gab aus gegebenem Anlass einen ausführlichen Sachstand zum Einsturz der Fußgängerbrücke in Gundelsdorf Anfang März dieses Jahres.

Die Brücke ist aufgrund von Hochwasser zusammengebrochen, die Schäden sind irreparabel groß. Die Brückenteile müssen zeitnah entfernt und entsorgt werden. Die Ursache des Einsturzes war offenbar, dass der Mittelpfeiler durch den Druck des Hochwassers nachgab, weil er stark unterspült wurde. Der Oberbau der Brücke knickte deshalb ein und die Brücke stürzte ein.

Inwieweit das Hochwasser, mitgeführtes massives Treibmaterial wie Baumstämme oder eine Unterspülung des Fundamentes des Mittelpfeilers im Einzelnen zum Versagen der Konstruktion geführt haben, lässt sich derzeit nicht differenziert und belastbar feststellen.

Provisorium für Stromversorgung

Durch den Brückeneinsturz war auch die Energieversorgung beeinträchtigt, da am Oberbau der Brücke eine Versorgungsleitung von Bayernwerk verlegt war. Hier richtete das Bayernwerk sehr schnell ein Provisorium zur Stromversorgung ein, das noch immer funktioniert.

Bayernwerk hat aber bereits angekündigt, kurzfristig eine neue, dauerhafte Versorgungsleitung ein Stück flussabwärts mittels Spülbohrung zu verlegen, um das Provisorium wieder rückbauen zu können.

Nach Möglichkeit möchten die Stadtwerke die Vorleistungen des Bayernwerkes mitnutzen, denn insbesondere die Zufahrt zum Fluss beziehungsweise zu den Brückenteilen könnte erleichtert werden.

Für den Abbau der beschädigten Brücke braucht man aber Niedrigwasser im Fluss, um mit schwerem Gerät - etwa einem Kettenbagger an den umgestürzten Mittelpfeiler zu gelangen und den Oberbau in handhabbare Teilstücke trennen zu können. Hierzu sind Abstimmungen mit der Wasserwirtschaft nötig, da die Brücke Teil eines beschränkt öffentlichen, gewidmeten Fußweges ist. Von daher ist eine Auflassung beziehungsweise Einziehung schwierig oder nur möglich, wenn seitens der Bevölkerung Einverständnis bestünde, was wohl auch für das Gros der ortsansässigen Bürger gilt.

Soll der Weg an dieser Stelle erhalten bleiben, ist ein Ersatzneubau der Brücke erforderlich. Für Planung, Genehmigungsverfahren, Ausschreibung und Bauausführung ist bestenfalls mit acht bis zwölf Monaten zu rechnen. Dies bedeutet bei realistischer Einschätzung, dass in diesem Jahr an dieser Stelle keine Brücke entstehen wird.

Eine Alternative aus Sicht der Stadtwerke wäre es, stattdessen die unterhalb gelegene Fahrzeugbrücke in Nähe des Gasthofes "Zum Bischofshof" zu erneuern und für Fahrzeuge und Fußgänger zu öffnen.

Bürgerbeteiligung

Dritter Bürgermeister Markus Wich (CSU) regte dazu eine breite Bürgerbeteiligung an. Auch die Realisierung dieser Alternative dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zur geplanten Straßensanierung Frankenstraße/Mittelweg in Neuses informierte der Werkleiter, dass der Auftrag erteilt ist und der Beginn für April vorgesehen war. Nach neuestem Stand können die Bauarbeiten nach Pfingsten beginnen. Der Fertigstellungstermin für Oktober dieses Jahres werde sich halten lassen und nicht verschieben, teilte Werkleiter Löffler mit.