Alfred Jendroszek lebt seit eineinhalb Jahren im Seniorenzentrum St. Elisabeth. Dort kennt man ihn seit einer Fotoausstellung im Frühjahr schon als exzellenten Fotografen. Nun hat Horst Kreutz, der seit Jahren die "kleine Galerie" im Seniorenzentrum organisiert, eine weitere Ausstellung mit Bildern des 85-Jährigen arrangiert. Alfred Jendroszek hat sie unter den Oberbegriff "und kein bisschen leise" gestellt. Er zeigt vor allem Architekturaufnahmen und Landschaften, die den sicheren Blick des geübten Fotografen mit jahrzehntelanger Erfahrung unter Beweis stellen.
Mit 15 Jahren schoss er seine ersten Fotos auf Rollfilm mit einer der damals üblichen Box-Kameras. Seitdem ließ ihn die Fotografie nicht mehr los. Er stellte um auf Kleinbildfotografie und auf Diafilm. "Ich habe immer Nikon-Kameras verwendet", sagt er und nennt dabei die legendäre Nikon F2. Doch Jendroszek ging mit der Zeit und der neuen Technik. Nikon ist er treu geblieben, aber er fotografiert nun digital. Und er bearbeitet seine Bilder auch selbst. In seinem Zimmer steht dafür ein großer Laptop. Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop macht ihm alle denkbaren Bearbeitungen der Fotos möglich, und er nutzt das gerne und ausgiebig aus, wie ein Teil der 21 ausgestellten Bilder zeigt.
Da werden Fotos solarisiert, d.h. Farben werden vertauscht. Oder Wellenformen kommen künstlich ins Bild. Ein anderes Foto mutierte zur Strichzeichnung. Einige Bilder entstanden in München und zeigen das BMW- Haus, das oft als Fotomotiv dient. Unschwer ist zu erkennen, dass er auch in Regensburg, Lindau, Wien oder Wolfsburg auf den Auslöser drückte.
Ausstellungsmacher Horst Kreutz bescheinigt dem Fotografen und seinen Fotos "eine Spontaneität der Farbgebung, die eine starke Farbfreude zum Teil auch einen 'Rausch' der Gesamtfarbigkeit darstellt." Der "abstrakte Farbsurrealismus" sei eine "Herausforderung unserer Sehwelten." Es sei die Absicht von Jendroszek gewesen, Farbe in spannungsvollen Gegensätzen zu bündeln.
Jendroszek war früher als Pressereferent im Vorstand des VDAV (Dachverband der deutschen Amateurfotografenvereine). Er gab auch die Clubzeitschrift heraus. Als Amateurfotograf nahm er sehr erfolgreich an nationalen und internationalen Wettbewerben und Ausstellungen teil. 1992 gründete er die internationale Gemeinschaft der Wettbewerbsfotografen. Heute ist er ihr Ehrenpräsident.