Auf dem Reichel-Grundstück entstehen doch Sozialwohnungen. Im Mai hatte der Stadtrat Baiersdorf beschlossen, dass dort die allgemeine Regelung der Stadt mit 20 Prozent der Wohnfläche für den sozialen Wohnungsbau nicht gelten solle.
Denn zu diesem Zeitpunkt war auch an die Unterbringung von noch nicht anerkannten Flüchtlingen gedacht. Nachdem sich die Lage für diese Personengruppe entschärft hatte, beantragte die CSU-Fraktion im September, auch dort den allgemeinen Anteil gelten zu lassen. Dieser Antrag wurde im Stadtrat abgelehnt. Der Antrag von SPD und ÖWG, 100 Prozent Sozialwohnungen in der Änderung des Flächennutzungsplans aufzunehmen, fand aber auch keine Mehrheit.
Nun stellten sowohl CSU als auch SPD und ÖWG neuerliche Anträge: die CSU mit einer Festlegung auf 50 Prozent, die anderen mit 60 Prozent. Um den Problemen aus dem Weg zu gehen, die im September beide Anträge scheitern ließen, hat die Verwaltung beim Landratsamt Erlangen-Höchstadt nachgefragt, ob einer der Anträge als sogenannter weitergehender vorrangig behandelt werden muss.
Da es hier nur um unterschiedliche Prozentquoten geht, gibt es einen solchen Vorrang beim Abstimmen nicht. Dann, so die Auskunft, ist in der Reihenfolge der Antragstellung abzustimmen, also zuerst über den der CSU. "Wenn der erste Antrag eine Mehrheit erhält, ist über den zweiten nicht mehr abzustimmen", erläuterte Bürgermeister Andreas Galster (CSU) das Prozedere.
Von den 20 anwesenden Ratsmitgliedern entschieden sich sieben für und 13 gegen den CSU-Antrag. Deshalb war auch über den SPD-ÖWG-Antrag abzustimmen. Hier lautete das Ergebnis 12:8. Damit ist festgelegt, dass auf dem Reichel-Grundstück 60 Prozent der entstehenden Wohnfläche für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen ist und 40 Prozent für den freien Markt gedacht sind. Gegen die Stimme von Julia Seidel (FDP) stimmte der Rat für eine Änderung des Flächennutzungsplans. Er muss noch vom Landratsamt genehmigt werden.


Neue Straßennamen in Igelsdorf

Gegen die Stimme von Dorothea Neubauer (CSU) wurden die Straßennamen im Baugebiet Igelsdorf Bergstraße-Nord festgelegt. Die Straße in Nord-Süd-Richtung heißt nun Talstraße, die sie querende wurde nach der Flurbezeichnung als "Schlangenäcker" ausgewiesen. Im neuen Gewerbegebiet Mönchswiesen wird das nordwestliche Grundstück von 14 000 Quadratmetern Größe in fünf kleinere Parzellen aufgeteilt, entsprechend der Nachfrage nach kleinen Grundstücken. Um sie zu erschließen, wird von der Erwin-Moritz-Reinicke-Straße eine Stichstraße gebaut. Der Straßenbau kostet rund 75 000 Euro; die nötigen Kanalanschlüsse kommen auf gut 70 000 Euro.