Zur Breitbandförderung für den Markt Maroldsweisach gab es bei der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend umfassende Informationen von Enrico Meierhof von der Firma Reuther NetConsulting aus Bad Staffelstein. Er stellte den Masterplan vor, ein Projekt, das vom Bund finanziert wird, und verdeutlichte mittels einer Powerpointpräsentation die geplanten und angedachten Maßnahmen für das Gebiet des Marktes Maroldsweisach für eine bessere Versorgung mit dem schnellen Internet.
Einleitend sagte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD), dass es im Gemeindegebiet noch Orte gebe, in denen es mit dem Internet noch im Argen liege. Explizit nannte er Dippach. Meierhof ging auf die Förderrichtlinien ein und sagte, dass auf die Höchstsumme von 930 000 Euro der Fördersatz 90 Prozent betrage. Auch für Schulen gebe es ein Sonderbreitbandförderprogramm unter dem Stichwort "Offensives digitales Klassenzimmer". Um den Umfang der Maßnahmen für das Gemeindegebiet zu verdeutlichen, zeigte der Techniker eine Karte des Marktgemeindegebietes, aus der die angedachten Versorgungsmaßnahmen hervorgingen. Diese erläuterte er zusammen mit Bürgermeister Thein. Dieser fand anhand der Karte heraus, dass sein eigenes Wohnviertel mit die schlechteste Versorgung aufweist. Ziel sei es, dass jeder Anschluss im Fördergebiet eine Leistung von 30 MBit/s habe.


90 Prozent Förderquote

Auf das Bayerische Förderprogramm eingehend erwähnte Meierhoff, dass für Anschlussnehmer, die bereits über eine Leistung von 30 MBit/s verfügen, keine Förderung mehr möglich sei. Eine Markterkundung der Telekom habe laut Mitteilung vom 4. August ergeben, dass bereits alle Bereiche, die gefördert werden, aufgenommen seien, so Meierhof. Die Telekom habe mindestens eine Verdoppelung der Bandbreiten durch eigenverantwortlichen Ausbau geplant. Neueste Technologie, die Vectoringtechnik, werde zur Anwendung kommen mit einer Versorgung bis zu 100 MBit/s. Wie die Anschlusswege der Zuleitungen verlaufen, sei Sache des Anbieters, was mit der Gemeinde abgesprochen werde. Auf Frage von Gemeinderat Stefan Böhm wurde bestätigt, dass es auf die Summe von 900 000 Euro den Fördersatz von 90 Prozent gibt.


Fertig bis Ende 2019

Anschließend zeigte der Telekommunikationstechniker noch den zeitlich geplanten Ablauf der Maßnahme auf. "Wir rechnen damit, dass die Inbetriebnahme bis Ende 2019 steht", sagte er. Es bleibe wohl nichts anderes, als der Maßnahme zuzustimmen, meinte Gemeinderat Eberhard Vogel (CSU) und die Gemeinderätin Heidi Müller-Gärtner (JCU) brachte es auf den Punkt: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Das Gremium beschloss einstimmig, das Erschließungsgebiet gemäß dem Lageplan festzulegen, es wird der Empfehlung des Bayerischen Breitbandzentrums gefolgt und eine freihändige Vergabe wird durchgeführt. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die entsprechende Förderung zu beantragen.


In Glasfasertechnik

Enrico Meierhof zeigte noch auf, welche Anschlüsse für den Glasfasermasterplan im Gemeindegebiet vorgesehen sind. So werde es zwei zentrale Glasfasereinspeisepunkte mit 27 Glasfaserschächten und 40 Glasfasernetzverteilern geben. Gebäude und Parzellen gibt es 1446. Bürgermeister Thein begrüßte, dass ein Plan vorliege, um sich bei geplanten punktuellen Dorferneuerungen daran orientieren zu können. Unnötige Aufgrabungen könnten dadurch vermieden werden. Das Glasfasernetz könne unabhängig vom Internet sein, eine getrennte Schaltung sei möglich, was ein Sicherheitsvorteil wäre, sagte Meierhof.


Lücken im Handynetz

Gemeinderat Dieter Hepp (CSU) kritisierte, dass man im Gemeindegebiet nicht überall "schnurlos", sprich mit dem Handy, telefonieren könne. "Das ist doch kein Zustand, und die Bürger sollten eine Unterschriftenaktion starten, um eine Verbesserung zu beschleunigen", sagte er. "Mehr wie anschieben können wir als Gemeinde nicht, und das tun wir", sagte hierzu der Bürgermeister. Herbert Baum (SPD) riet ab: "Von einer Unterschriftenaktion halte ich nichts, das geht ins Leere. Die Anbieter arbeiten wirtschaftlich und das können wir nicht beeinflussen", so Baum.