"Ich freue mich, dass sich die Naturbühnenfamilie wieder einmal in größerem Rahmen treffen kann", begrüßte der Vorsitzende Siegfried Küspert viele Mitglieder zur Jahreshauptveranstaltung auf vertrautem Gelände. Mit der Wahl eines Veranstaltungsortes hatte der Verein kein Problem. Alles war wie gewohnt: Die Aktiven - in diesem Fall die Vorstandschaft - saßen auf der Bühne, die Mitglieder lauschten unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln im Zuschauerraum.

Nachdem die Theatersaison 2020 nicht stattfinden konnte, fiel der Bericht des Vorsitzenden deutlich kürzer als gewohnt aus: "Unser Wunsch, dieses Jahr wieder aktiv zu werden, ging leider nicht in Erfüllung. Wir haben zwar alles probiert, und bis zuletzt versucht, wenigstens das Volksstück hinzubekommen. Aber auch das konnte nicht gelingen. Was am Freitag beschlossen wurde, hatte am Montag meistens schon keine Gültigkeit mehr", bedauerte der Vorsitzende auch die Absage der Spielzeit 2021 im April. "Die bedauerliche spielfreie Zeit wurde für Verbesserungen rund um das Bühnenareal genutzt. Es befindet sich dadurch in einem sehr gut gepflegten Zustand." Dass ein Wahrzeichen im Bühnenbereich, die "schräge Birke", nicht mehr da ist, hatten die meisten schon bemerkt. "Sie war im Kern faul und damit eine Gefahr für unsere Schauspielerinnen und Schauspieler", bedauerte Siegfried Küspert. Christine Kammerer bestätigte als Vorsitzende des Verwaltungsrats: "Alle Entscheidungen des Vorstands wurden von uns mitgetragen. Wir konzentrieren uns jetzt wieder auf das Spielen und freuen uns auf eine unbeschwerte Saison 2022."

Wasser in den Wein gießen musste Schatzmeister Marcus Hentschel. "Aus finanzieller Sicht war 2020 das schwierigste Jahr in der Geschichte der Naturbühne. Die Spieleinnahmen 2020 und jetzt auch 2021 sind nahezu komplett weggebrochen. Im Gegensatz dazu sind aber weiterhin Ausgaben angefallen, die nicht unmittelbar mit dem Spielbetrieb zusammenhängen. Sie summieren sich pro Jahr auf 60 000 Euro. Dadurch sind wir dringend auf die beantragten Corona-Hilfen angewiesen und hoffen auf eine starke nächste Saison."

Neuer Zweiter Vorsitzender

Die turnusmäßig anstehenden Neuwahlen brachten nur eine Veränderung; Zweiter Vorsitzender ist künftig Sigurd Sundby. Protektor Landrat Klaus Peter Söllner dankte Vorsitzendem Siegfried Küspert, dass er sich noch einmal zur Verfügung gestellt hat. "Ohne ihn wäre vieles nicht gegangen. Er hat immer Wege gefunden, die Bühne voranzubringen. So wie sie heute da steht, ist sie ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis. Das ist ein großes Stück weit sein Lebenswerk, darauf kann er stolz sein." Auch der Landrat vermisst derzeit die "wunderbaren Aufführungen" und ist überzeugt: "Die Leute freuen sich darauf, dass ihr bald wieder auf der Bühne steht." Auch Bürgermeister Herwig Neumann bedauerte die bereits zwei Jahre andauernde unfreiwillige Pause auf dem Trebgaster Kulturhügel. "Die Leute dürstet nach Kulturereignissen. Alle hoffen jetzt auf einen erfolgreichen Neustart 2022."

Der Vorstand: 1. Vorsitzender Siegfried Küspert, 2. Vorsitzender Sigurd Sundby, weitere Vorsitzende Michael Bähr und Michael Schlie, Schatzmeister Marcus Hentschel, Schriftführerin Heidrun Kolb. Den Verwaltungsrat bilden: Gabi Bähr, Melanie Besold, Werner Eberhardt, Marina Hentschel, Dieter Hübner, Christine Kammerer, Gerd Kammerer, Georg Küfner, Georgia Lauterbach, Christian Meyer. dh