In Fürth haben Unbekannte in der Nacht auf Sonntag ein Baustellenklo in die Luft gesprengt und damit für Bilder der Zerstörung gesorgt. "Das Motiv ist noch völlig unklar", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag, als zahlreiche Einsatzkräfte den abgesperrten Tatort untersuchten.
Gegen 1.15 Uhr hatte sich die schwere Detonation in der Waldstraße (zwischen Balbiererstraße und Flößaustraße) in der Südstadt ereignet. Aufgeschreckte Anwohner, die durch einen "Riesenschlag" aus dem Bett gerissen wurden, alarmierten die Einsatzkräfte.


Unappetitliches Bild der Zerstörung

Die Explosion hat zahlreiche Glasscheiben in einem Umkreis von rund 200 Metern laut Polizei zerstört. Fenster von Autos, Wohnungen und einem Bushäuschen gingen zu Bruch. Die Baustellentoilette wurde bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Die Fäkalien aus dem Tank der Toilette wurden durch die Detonation überall verteilt. Personen sind bei der Explosion laut bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht verletzt worden. Die Polizei geht insgesamt von einem hohen Sachschaden im sechsstelligen Bereich aus.


30 Kräfte für Spurensicherung im Einsatz

Das Ausmaß der Zerstörung wird am Morgen nach der Bombennacht sichtbar. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) sind dabei, den Tatort mit Spezialgerätschaften für ein 3D-Bild der Unglücksstelle zu scannen. Ein Hubschrauber wartet auf bessere Wetterverhältnisse, um Luftaufnahmen vom Tatort machen zu können. Rund 30 Einsatzkräfte sind für die Spurensicherung vor Ort im Einsatz. Derzeit würden die zahlreichen herumliegenden Teile eingesammelt, erklärt Polizeisprecher Bert Rauenbusch. Die Ursache der Detonation sei noch völlig unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen", betont der Polizeisprecher. Konkrete Hinweise auf Sprengstoff liegen seinen Worten zufolge bislang nicht vor.


Mehr als ein übler Scherz?

Derweil hat das öffentliche Rätselraten um die Hintergründe des explodierten "Dixi-Klos" begonnen. Handelt es sich um einen üblen Silvester-Scherz oder steckt mehr dahinter? Spekuliert wurde bereits darüber, ob ein türkischer Kulturverein das eigentliche Ziel der Explosion gewesen sein könnte. Gegen diese Theorie spreche laut Fürths Polizeichef Peter Messing die Tatsache, dass das Klohäuschen nicht direkt vor dem Kulturverein sondern auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand. Einen politischen Hintergrund ausschließen wollte Messing laut Medienberichten allerdings nicht.

Die Spurensuche rund um den Tatort soll bis in die Abendstunden andauern. Zuallererst wollen die Ermittler herausfinden, wie und womit die Explosion ausgelöst worden ist. "Es muss schon ein heftiger Schlag gewesen sein", ist sich Polizeisprecher Rauenbusch beim Anblick der Zerstörung in der Fürther Südstadt sicher. Die Explosion ist bis nach Nürnberg zu hören gewesen.