In Oberfranken rückt die Rüstungsindustrie zunehmend in den Blick. Warum Experten mit einer Zunahme der Aufträge in diesem Bereich rechnen.
"Die Auftragsbücher dünner, die Suche nach neuen Märkten dringender: In dieser Lage rückt für viele oberfränkische Unternehmen die Rüstungsbranche in den Blick", heißt es in einer Pressemitteilung von Montag (6. Juli 2026) von der IHK Oberfranken. Die Rüstungsindustrie erscheine für manche Betriebe als neue Chance – doch sie ist kein leicht zugänglicher Markt. Bei der Veranstaltung "Transformation im Fokus: Chancen und Herausforderungen in der Rüstungsindustrie" machte die IHK für Oberfranken Bayreuth deutlich, dass der Sektor zwar Potenzial biete, aber hohe Hürden mit sich bringe.
Dort wurde die Unterstützung der IHK für Firmen im "Defence-Bereich" erläutert. "Angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Lage ist es für Unternehmen überlebenswichtig, neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich zukunftsfähig aufzustellen", sagte IHK-Präsident Michael Waasner beim Treffen im IHK-Bildungszentrum Bamberg. Die Rüstungsindustrie biete hierfür vielfältige Chancen, aber auch spezifische Herausforderungen.
Rüstungsindustrie in Oberfranken: "Mit erheblichen staatlichen Investitionen zu rechnen"
Götz Witzel, Unternehmensberater, der auf die Rüstungsindustrie spezialisierten Beratung, WIMCOM: "Das Interesse an einem Einstieg in den Defence-Sektor ist groß, auch in den kommenden Jahren ist mit erheblichen staatlichen Investitionen zu rechnen." Wer den Schritt in die Branche wagen wolle, müsse allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. "Interessierte Unternehmen müssen sich mit den branchenspezifischen Regularien vertraut machen und ein belastbares Netzwerk mit persönlichen Ansprechpartnern aufbauen. Ohne ein solches Netzwerk geht es nicht", betonte Witzel.
Neben einer intensiven Marktrecherche müssten Unternehmen ihre Produkte gezielt auf die Anforderungen des Defence-Sektors ausrichten. Fachmessen und Branchentreffen seien dabei wichtige Plattformen, um Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen.
Wie herausfordernd der Einstieg sein könne, schilderte Walter Schütz, Geschäftsführer der Bayreuther Future Carbon GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert Werkstoffe und Systeme auf Kohlenstoffbasis und prüft derzeit Möglichkeiten im Verteidigungsbereich. "Entscheidend ist, die vorhandenen Kompetenzen im Bereich der Werkstofftechnik aus neuer Perspektive zu bewerten und für Partner aus der Defencebranche in der Kommunikation entsprechend aufzubereiten", sagte Schütz.
Franken rüstet auf: Schaeffler setzt auf militärische Drohnen
Dass sich auch große Industrieunternehmen neu ausrichten, zeigt das Beispiel Schaeffler. Der fränkische Zulieferkonzern hatte bereits im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Drohnenhersteller Delair vereinbart. Geplant ist eine neue Produktionslinie in Frankreich, die nach Unternehmensangaben täglich bis zu 100 Kampf- und Abfangdrohnen produzieren soll. Hergestellt werden sollen zunächst Drohnen des Typs Damoclès, die bereits von der französischen Beschaffungsbehörde DGA qualifiziert wurden und beim französischen Heer im Einsatz sind. Zudem ist die Fertigung der neu angekündigten Abfangdrohne Aspik vorgesehen.
Für Schaeffler ist das Engagement Teil eines größeren Umbaus. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Automobilzulieferern, sieht jedoch im traditionellen Geschäft mit Komponenten für Verbrennungsmotoren nur noch begrenzte Wachstumschancen. Deshalb richtet sich der Konzern zunehmend auf andere Märkte aus. Neben der Verteidigungsindustrie gehören dazu auch Anwendungen in der Robotik und Raumfahrt. Nach Unternehmensangaben sieht Schaeffler allein im Verteidigungsbereich ein Marktpotenzial in Milliardenhöhe. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Haushaltsplanung der Bundesregierung. Für das Jahr 2027 sind im Bundeshaushalt Verteidigungsausgaben von rund 109,7 Milliarden Euro vorgesehen, wie die dpa meldet.
Zusätzlich sind etwa 11,6 Milliarden Euro zur Unterstützung der Ukraine eingeplant. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) verteidigte die damit verbundene höhere Neuverschuldung. "Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen", sagte er im ARD-"Sommerinterview". Die geplanten Mehrausgaben unterstreichen die langfristige politische Priorität der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Für Unternehmen, die sich im Defence-Sektor positionieren wollen, könnten sich dadurch neue Marktchancen ergeben.
Das ist mal wieder typischer blinder Aktionismus. Klar, kurzfristig wird das vielleicht einigen helfen, aber retten wird das am Ende niemanden.
Wovon geht man eigentlich aus? Dass es dauerhaft jedes Jahr neue Kriege gibt? Dass der Ukraine Krieg noch 20 Jahre läuft? Die meisten Konflikte sind irgendwann vorbei. Vielleicht funktioniert das Ganze 8 bis 10 Jahre aber was passiert danach, wenn die Nachfrage nach Rüstung wieder einbricht?
Stellt man die Fabriken dann auf Kerzen für den Frieden um? Oder produziert man weiße Fahnen?
Am Ende wird das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern nur kurzfristig verlagert.
Joe-Bamberg
die "Rüstungsindustrie" ist langfristig sicher keine Lösung, außerdem nicht nachhhaltig 😩 Fragt sich auch ob jeder dort arbeiten will 😉
Ganz abgesehen davon, dass Waffen gebaut werden um Kriege zu führen und Menschen zu töten. Also weg damit, weltweit. Leider sind die Regierungen dieser Welt dazu nicht fähig und bereit ... und die Bürger machen auch noch (teilweise) mit 😉 Der Mensch hat diese Welt einfach nicht verdient!
Bamberger1961
Die Wehrpflicht wurde 2011 nicht aus Vernunft abgeschafft, sondern aus politischem Willen. Man hat das mit juristischen Tricks begründet. Danach hat man schnell die Kasernen verkauft, die Ausrüstung verschrottet und die Ausbildung gestrichen. So wurde die Wehrpflicht zwar offiziell „nur ausgesetzt“, aber in Wirklichkeit unmöglich gemacht.
Getrieben wurde das vor allem vom urbanen Milieu in den großen Städten. Dort hielt man Militär lange für überflüssig und Wehrpflichtige für rückständig. Heute fordert genau dieses Milieu plötzlich „Kriegstüchtigkeit“ und wundert sich, dass die Strukturen fehlen. Die Politik hat die Grundlagen selbst zerstört – und jetzt sollen die jungen Leute die Fehler ausbaden.
JGMeman
"Getrieben wurde das vor allem vom urbanen Milieu in den großen Städten. Dort hielt man Militär lange für überflüssig und Wehrpflichtige für rückständig. Heute fordert genau dieses Milieu plötzlich „Kriegstüchtigkeit“ und wundert sich, dass die Strukturen fehlen."
Endlich erklärt mal jemand, wo das Problem liegt! Wir müssen einfach die Großstädte abschaffen, dann wird alles gut. Weiter so, Sie sind was ganz großem auf der Spur!
Das ist mal wieder typischer blinder Aktionismus. Klar, kurzfristig wird das vielleicht einigen helfen, aber retten wird das am Ende niemanden.
Wovon geht man eigentlich aus? Dass es dauerhaft jedes Jahr neue Kriege gibt? Dass der Ukraine Krieg noch 20 Jahre läuft? Die meisten Konflikte sind irgendwann vorbei. Vielleicht funktioniert das Ganze 8 bis 10 Jahre aber was passiert danach, wenn die Nachfrage nach Rüstung wieder einbricht?
Stellt man die Fabriken dann auf Kerzen für den Frieden um? Oder produziert man weiße Fahnen?
Am Ende wird das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern nur kurzfristig verlagert.
die "Rüstungsindustrie" ist langfristig sicher keine Lösung, außerdem nicht nachhhaltig 😩
Fragt sich auch ob jeder dort arbeiten will 😉
Ganz abgesehen davon, dass Waffen gebaut werden um Kriege zu führen und Menschen zu töten.
Also weg damit, weltweit. Leider sind die Regierungen dieser Welt dazu nicht fähig und bereit
... und die Bürger machen auch noch (teilweise) mit 😉
Der Mensch hat diese Welt einfach nicht verdient!
Die Wehrpflicht wurde 2011 nicht aus Vernunft abgeschafft, sondern aus politischem Willen. Man hat das mit juristischen Tricks begründet. Danach hat man schnell die Kasernen verkauft, die Ausrüstung verschrottet und die Ausbildung gestrichen. So wurde die Wehrpflicht zwar offiziell „nur ausgesetzt“, aber in Wirklichkeit unmöglich gemacht.
Getrieben wurde das vor allem vom urbanen Milieu in den großen Städten. Dort hielt man Militär lange für überflüssig und Wehrpflichtige für rückständig. Heute fordert genau dieses Milieu plötzlich „Kriegstüchtigkeit“ und wundert sich, dass die Strukturen fehlen. Die Politik hat die Grundlagen selbst zerstört – und jetzt sollen die jungen Leute die Fehler ausbaden.
"Getrieben wurde das vor allem vom urbanen Milieu in den großen Städten. Dort hielt man Militär lange für überflüssig und Wehrpflichtige für rückständig. Heute fordert genau dieses Milieu plötzlich „Kriegstüchtigkeit“ und wundert sich, dass die Strukturen fehlen."
Endlich erklärt mal jemand, wo das Problem liegt! Wir müssen einfach die Großstädte abschaffen, dann wird alles gut. Weiter so, Sie sind was ganz großem auf der Spur!