Zwei Neue wurden im Seelsorgebereich Neubau (Sitz Neunkirchen am Brand) eingeführt: Theresa Müller, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, und Andreas Eberhorn, der als Ständiger Diakon die Arbeit in den Pfarreien unterstützt. In dem feierlich gestalteten Einführungsgottesdienst in der Kirche Kreuzerhöhung in Forth (Kreis Erlangen-Höchstadt) wurden die beiden von dem Leitenden Pfarrer Joachim Cibura und Andrea Felser-Friedrich, der Vorsitzenden des Pfarreienverbunds, willkommen geheißen, bevor sich die neuen Mitarbeiter der Kirchengemeinde vorstellten.

Eigentlich wollte Theresa Müller ein Jahr im Ausland verbringen. Doch Corona hat ihre Pläne durcheinandergebracht. So entschied sich die 18-Jährige, die heuer ihr Abitur geschrieben hat, für ein außergewöhnliches soziales Jahr im Seelsorgebereich Neubau und bescherte damit allen eine Premiere, denn eine FSJ-Praktikantin gab es im Pfarreienverbund noch nie. Ihr Aufgabenbereich wird vielfältig sein und ebenso vielseitig die Erfahrungen, die sie in ihren neuen Betätigungsfeldern sammeln wird. So wird Theresa Müller im Kindergarten mitarbeiten, den Asylsuchenden beim Verein Fleck Deutschnachhilfe erteilen, in der Kinder- und Jugendarbeit mitwirken und Projekte wie die Sternsinger unterstützen. Auch Diakon Andreas Eberhorn hat ursprünglich einen anderen Beruf ausgeübt, das kirchliche Engagement in der Freizeit gelebt. Diakon Eberhorn ist waschechter Schweinfurter, verheiratet, hat drei Kinder und arbeitete als Ingenieur. Kirche fand in seiner Freizeit statt, bis er im Oktober den entscheidenden Schritt wagte und sein Hobby zum Beruf machte, um seine Berufung leben zu können. Seither wirkt er als Ständiger Diakon und konnte vor vier Wochen als Diakon seinen Sohn verheiraten. Neben der Vorbereitung zur Erstkommunion, der Sakramentenspendung und den Wortgottesfeiern wird die allgemeine Seelsorge sein Arbeitsfeld sein. Auch die Predigtarbeit gehört zu seinem Betätigungsfeld, wovon sich die Gemeinde gleich selbst überzeugen konnte. Der Missionsauftrag, den jeder Christ mit der Taufe erhält, war dann die zentrale Botschaft seiner ersten Predigt. "Wie schaffen wir es, einladend die Frohe Botschaft zu verkünden, mit Kraft und Freude die richtigen Worte zu finden, um mein Gegenüber zu überzeugen?", fragte Diakon Eberhorn die Gläubigen. Die Antwort schickte er sogleich hinterher: "Die Mission beginnt immer erst bei mir selbst. Zunächst heißt es nämlich, den Glauben der Eltern neu zu entdecken, für mich ganz persönlich selbst wahrzunehmen, bevor wir ihn weitertragen können."

Beispiel aus Arabien

Ein Beispiel hatte Eberhorn auch dabei, eine Erfahrung aus seinem Arbeitsleben als Ingenieur. "Ein muslimischer Arbeitskollege aus Saudi-Arabien wunderte sich über die geringe Bereitschaft hier bei uns in Deutschland, unseren Glauben offen zu zeigen. Für Muslime wird das tägliche Gebet nicht nur aus dem Pflichtgefühl heraus erfüllt, sondern ist Teil ihres Lebens, aus Überzeugung von Gottes Gegenwart", erzählte Diakon Eberhorn. Wie könne nun jeder Einzelne den Glauben weitertragen? Da richtete Eberhorn den Blick in die Wirtschaft. Nur wer von seinem Produkt überzeugt sei, könne es erfolgreich verkaufen. Daraus ergebe sich die wichtige Frage: "Sind wir von unserem Glauben überzeugt? Selbstbewusst aber zugleich demütig - das sind die beiden wichtigen Voraussetzungen, für eine Mission. Jeden Tag neu bemühen, den Glauben wie in einem zerbrechlichen Gefäß zu bewahren", erklärte der Diakon und beendete seine Predigt mit dem Einsatz der FSJ-Praktikantin Theresa Müller. "Wie können wir in der heutigen Welt missionarisches Christentum leben? Das Evangelium bringt auch für das 21. Jahrhundert eine wichtige Botschaft für alle Menschen. So wie sich Theresa Müller bewusst für ein Jahr in den Dienst stellt, die Vielfalt des Glaubens wie einen Regenbogen im Kindergartenbereich, bei den Flüchtlingen, offen für Gottes Botschaft weiterzugeben, für unsere Mitmenschen. Das finde ich Klasse", betonte Eberhorn. Wie sehr sich sowohl das Pastoralteam als auch die Gläubigen über die beiden Neuen freuten, zeigten die vielen Gratulationen und Wünsche für viele positive Begegnungen und Erfahrungen.