Marianne Bogner ist schon seit der Kindheit musikalisch aktiv. Sie sang schon immer sehr gerne. Als sie dann gefragt wurde, ob Sie eventuell die Orgel spielen möchte in der Kirche, hat sie spontan ja gesagt. Mittlerweile ist die Orgel 50 Jahre alt und Marianne Bogner spielt das Instrument seit 20 Jahren.

Gefragt wurde sie damals von Hans Förtsch, allen im Dorf bekannt als der Kirchenbauer. Er war als 20-Jähriger maßgeblich am Bau der Bieberbacher Kirche beteiligt, die 1952 eingeweiht werden konnte. Am Anfang, so erinnern sich die Alten im Dorf, hatte die Kirchengemeinde nur ein Harmonium in der Kirche stehen. Darauf zu spielen, hat sich Hans Förtsch selber beigebracht. Als er merkte, dass es langsam Zeit wurde für einen Nachfolger, fragte er die musikbegeisterte Marianne Bogner, ob sie keine Lust hätte, das Amt zu übernehmen.

Damals, 1988, war sie 25 Jahre jung und sagte spontan zu. Fortan lernte sie bei dem zuständigen Kirchenmusiklehrer das "Königsinstrument" spielen. Das dauerte Jahre und zum Üben hat sie sich sogar ein Harmonium für zu Hause angeschafft.

1995 ist Marianne Bogner dann offiziell als Organisten-Nachfolgerin für Hans Förtsch eingeführt worden. Eine Zeitlang teilte sich Bogner den "Job" mit ihm, als dann Förtsch 2005 starb, übernahm sie alleine die musikalische Betreuung der Gottesdienste in der Kirche in Bieberbach.

Am Anfang spielte sie auch zusätzlich in Affalterthal für den langjährigen Organisten Hans Gemählich. Erst als der junge Andreas Deuerlein in Affalterthal übernahm, konnte sie sich alleine auf Bieberbach konzentrieren. Was aber immer noch viel Arbeit bedeutet. Denn an allen 52 Sonntagen ist Gottesdienst in der Reformationskirche Bieberbach, dazu kommen noch Feiertage, Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten. Rund 80 Termine sind das pro Jahr und die gleiche Zeit kommt als "Probezeit" für die Stücke noch hinzu, so dass im Durchschnitt an jedem dritten Tag im Jahr die Orgel von ihr bedient wird.

Mittlerweile gibt es eine Vereinbarung mit dem Affalterthaler Organisten, wonach jeder Organist beide Sonntags-Gottesdienste (in Affalterthal und Bieberbach) spielt, so dass jeder nur an zwei Sonntagen im Monat spielen muss.

1965, vor 50 Jahren erhielt die Bieberbacher Kirche erstmals eine Orgel, die im Gottesdienst am Himmelfahrtstag (27. Mai) durch Kirchenrat Dekan Hans Ackermann eingeweiht wurde. Die Orgel wurde von Kirchenmusikdirektor Otto Meyer, Ansbach, bestellt und von der renommierten Orgelbaufirma Walcker in Ludwigsburg gebaut. Sie hat elf Register mit zwei Manualen und ein Pedal. Das ganze Werk kostete damals 27 000 Mark. Die Gemeinde hat innerhalb eines Jahres durch Spenden, eine kam sogar aus den USA 16 000 Mark hereingeholt.
Im November 2006 wurde die Orgel erstmals gesäubert und restauriert. Dafür musste die Kirchengemeinde weitere 18 000 Euro investieren. Lange Zeit war sich die Kirchengemeinde nicht einig, ob man eine neue Orgel kaufen soll oder die Alte restaurieren. Erschwerend kam hinzu, dass die Orgelbaufirma im Jahre 2000 Insolvenz angemeldet hatte. Erst als man mit Benedikt Friedrich einen Nachfolgeorgelbauer fand, der die Walcker-Orgel mit den 500 Pfeifen restaurieren konnte, entschied man sich dafür.

Hans Förtsch war insgesamt 40 Jahre Organist. Dafür und für seine Leistung beim Bauer der Kirche ist er 1982 mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet worden. Marianne Bogner, die sich übrigens im Nebenerwerb als Trachtenschneiderin einen guten Ruf erworben hat, muss da noch 20 Jahre dazu legen.