"Einen guten Stadtbaumeister erkennt man nicht daran, was er gebaut, sondern daran, was er verhindert hat." Diese Bilanz zog der Forchheimer Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) über die Amtszeit von Bauamtsleiter Gerhard Zedler. Der Berliner hatte 1990 zeitgleich mit Stumpf seinen Dienst in der Stadt begonnen.

Seither hat er rund 10 000 Bauanträge bearbeitet. Insgesamt wurden rund 2000 Wohneinheiten in der Stadt realisiert: weitgehend private Bauvorhaben. Neben den Neubauten gelang es auch, die vom Abriss bedrohte Hornschuch-Villa und ein paar andere Denkmäler zu erhalten.

"Die Häuser mit den Runddächern beim Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth waren in den 90er-Jahren etwas ganz Neues", erinnert sich Zedler. Nur locker bebaut wurde das Weber&Ott-Gelände gleich gegenüber.

Komplette Wohnsiedlungen entstanden an der Bayreuther Straße auf dem ehemaligen Spinnerei-Gelände, das vorher lange brachgelegen hatte, und an der Trettlachstraße. Daneben wurde ein Handwerkerhof errichtet.
Nachverdichtet wurde auch in Reuth. Meistens einzelne Bauvorhaben, nur im Bereich des Forst- und Lärchenweges wurde ein kleines Baugebiet mit zehn Häusern ausgewiesen. Dafür wurde der Spielplatz verlegt.

Häuser entstanden an der Rotbrunnen-, der Breitenlohe- und der Georg-Leisgang-Straße. An der Katzensteinstraße errichtete die Josefstiftung Bamberg Mietwohnungen. Eine weitere Siedlung entstand in der Nähe der Don-Bosco-Kirche zwischen Katzenstein- und Donauschwabenstraße.


"Preise stiegen wöchentlich"

Die Mehrfamilienhäuser auf dem ehemaligen THW-Gelände in der Hainbrunnenstraße erinnern Zedler daran, dass er sich Anfang der 90er-Jahre selbst nach einem Bauplatz umgesehen hat. "Doch da sind die Grundstückspreise wöchentlich gestiegen. Da hab ich's sein lassen", so Zedler.

In Forchheim-Nord erinnert sich Oberbürgermeister Stumpf an die Klage eines Anwohners, weil die Abstandsflächen nicht stimmten. "Herr Zedler hat dann den Münchner Verwaltungsrichtern in zehn Minuten erläutert, wie in Bayern Abstandsflächen berechnet werden, und bekam recht", lächelt Stumpf.

Im Stadtkern entstanden Reihenhäuser auf dem ehemaligen Seltsam-Gelände und dem Areal zwischen Eisenbahn- und Birkenfelderstraße. Das ehemalige Hallenbad-Gelände ist bebaut und in Buckenhofen wurde mit der "Merian-Passage" ein Nahversorgungszentrum errichtet.

Trotz schwierigem Bauuntergrund gab es auch in Buckenhofen Neubauten. In Burk wurde der Eselsberg bebaut und in Kersbach das Baugebiet Pfandlohe realisiert. An den Schwalbweihern entstanden mediterran anmutende Gebäude und an der Waldstraße stehen die jüngsten Häuser von Kersbach.