Etliche Berufstätige fahren von Neunkirchen am Brand kommend mit dem Fahrrad über Dormitz nach Erlangen zur Arbeit. Vor allem sie und die vielen Freizeitradler haben sich eine Verbesserung der Verkehrssituation mit der Brückenerneuerung in Dormitz erhofft, wie es auch angedacht war. Nun, nach monatelanger Totalsperre, sind sie vom Ergebnis enttäuscht. Die Situation vor dem Brückenneubau war, dass der Rad- und Fußweg die Einmündung Bierleinswiesen zum Edeka-Einkaufsmarkt überquerte und direkt vor der Brücke endete. Die Staatsstraße 2240 konnte dort relativ gefahrlos im zweispurigen Bereich überquert werden. Jetzt endet der Radweg von Neunkirchen am Brand aus kommend an der Einmündung Bierleinswiesen. Die Radler in Richtung Erlangen müssen nun drei Spuren überqueren. Mehr noch: Erfüllt der Rad- und Fußweg über die Brücke noch die Norm, wird dieser nach der Brücke schmaler, ist somit in der Breite fast halbiert und erfüllt nur noch die Norm eines Fußwegs. Dabei sollte der Radweg über die Brücke bis zur Querungshilfe 50 Meter weiter geführt werden. So sollte mit der Baumaßnahme mehr Sicherheit für Radfahrer geschaffen werden. Doch sicherer erscheint die Situation jetzt nicht. Der Dormitzer Bürgermeister Holger Bezold (FW) war darüber zunächst verärgert und setzte sich mit dem Staatlichen Bauamt Bamberg in Verbindung. "Ich habe meinen Unmut deutlich zum Ausdruck gebracht und nicht locker gelassen, was dann zu den Gesprächen mit dem Bauamt führte", erklärt Bezold. Er war ebenfalls davon ausgegangen, dass im Rahmen des Brückenneubaus für mehr Sicherheit gesorgt werde. Als unsicherer möchte er den Zustand aber nicht bezeichnen. "Es ist nicht optimal, aber es hat sich nicht verschlechtert. Es ist jetzt so wie vor dem Brückenneubau", meint Bezold. Auch im Straßenbauamt ist man sich des unbefriedigenden Ergebnisses bewusst. "Bei der momentanen Situation handelt es sich um ein Provisorium", erklärt Sabrina Hörl, Pressesprecherin des Bauamts. Das Ziel der Baumaßnahmen war eigentlich die Verbesserung der Situation für die Radfahrer. "Diese hat auch weiterhin Priorität", bekräftigt Hörl. Der Brückenneubau jedoch sei wie geplant durchgeführt worden. Aufgrund des hohen Alters musste die Brandbachbrücke erneuert werden. "Bis zu diesem Zeitpunkt endete der Geh- und Radweg vor dem Brückenbauwerk, weil die Brückenkappe wie auch der weiterführende Weg bis zur Überquerungsinsel nur die Breite eines Gehwegs hatte, also nicht für den Radverkehr geeignet war. Um den Geh- und Radweg über die Brücke weiterzuführen, wurde beim Brückenneubau die Brückenkappe entsprechend verbreitert. Die Brückenbaumaßnahme selbst entspricht somit der Brückenplanung", schildert Hörl. Über den weiterführenden Geh- und Radweg außerhalb des Bauwerks stünde man mit der Gemeinde Dormitz im Austausch. Mit der aktuellen Breite von 1,50 Metern könne kein sicherer Begegnungsverkehr zwischen Radfahrern und Fußgängern gewährleistet werden, bestätigt die Pressesprecherin. "Das Staatliche Bauamt Bamberg und die Gemeinde Dormitz sind bemüht, dieses Provisorium zeitnah zu beheben", beteuert Hörl. Die Fragen sind nur, wann und wie das behoben wird und ob dazu die Straße erneut gesperrt werden muss?

Abstimmungen mit Gemeinde

"Derzeit laufen Abstimmungen mit der Gemeinde Dormitz, wie der weitere Ausbau und die zukünftige Verkehrsführung erfolgen können. Welche Maßnahmen dann konkret ergriffen werden, kann erst bestimmt werden, wenn die Abstimmungen erfolgt sind", sagt Hörl. Das bestätigt auch Bürgermeister Bezold, dem die enorme Verkehrsbelastung bewusst ist. Natürlich wäre es optimal, wenn der Radweg durch den ganzen Ort führen könnte, gerade, weil der Radverkehr zunehme. Doch angesichts der allgemein zunehmenden Verkehrsentwicklung und der unterschiedlichen Meinungen zur Lösung der Verkehrssituation, die auch die geplante Umgehungsstraße einschließen, sei ein Gesamtkonzept notwendig. Rücksicht sei jedoch immer von allen Verkehrsteilnehmern gefordert. Holger Bezold bleibt optimistisch. Aufgrund der wieder angespannten Corona-Situation sei die Terminplanung jedoch schwierig. Jedenfalls hat sich auch das Staatliche Straßenbauamt Gedanken gemacht, wie den Radfahrern während der Zeit des Provisoriums mehr Sicherheit verschafft werden könnte. Zu einer Verkehrsschau trafen sich die Verantwortlichen deshalb vor Ort, um an der Einmündung der Gemeindestraße Bierleinswiesen verkehrsrechtliche Maßnahmen festzulegen. "Um die Sicherheit für die Radfahrer zu erhöhen, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h auf 50 km/h reduziert. Außerdem werden Gefahrzeichen aufgestellt, die die Autofahrer auf den kreuzenden Radverkehr hinweisen", sagt Hörl.