Familienangehörige in eine Pflegeeinrichtung abgeben? Ein Schritt, der für pflegende Angehörige schwer ist. "Gerade Frauen arbeiten sich in der Pflege für ihre Familie auf", sagt Gerhard Schmidt aus Leutzdorf.
Seine Mutter Barbara ist 94 Jahre. Bis zu ihrem 86. Lebensjahr arbeitete sie in einer Gärtnerei und lebte bis 2014 selbständig in ihrer Wohnung. "Und dann kam der Anruf von ihrer Hausärztin, dass sie sturzgefährdet sei und nicht mehr allein in der Hochparterre-Wohnung leben sollte." Gerhard Schmidt beriet sich mit Ehefrau Ilse.

Was tun, wenn man unterwegs ist? Was müsste man umbauen für einen pflegebedürftigen Menschen? Da der Mutter ebenfalls wichtig war, dem einzigen noch lebenden Sohn nicht zur Last zu fallen, war der Entschluss bald gefasst: Barbara Schmidt sollte in eine betreute Wohneinrichtung umziehen.

"Da gibt es ja viele Möglichkeiten", erzählt Gerhard Schmidt.
Beispielsweise gibt es die Tages- und Nacht-Pflege, die in besonderen Einrichtungen angeboten wird. Beim betreuten Wohnen dagegen leben Senioren in einer altersgerechten Wohnung mit Betreuungsservice. In Mehrgenerationenhäusern leben nicht verwandte Menschen. Hier können zum Beispiel die älteren Menschen auf die kleinen Kinder der jüngeren Generation achten, damit diese arbeiten gehen können.

Relativ selbstständige Senioren können in einer selbstorganisierten und ambulant betreuten Senioren-Wohngemeinschaften leben. Sechs bis acht Senioren tun sich dazu zusammen und teilen sich Gemeinschaftsräume. Gleichzeitig hat jeder einen abgetrennten Privatbereich.

Luxuriös geht es in sogenannten Residenzen und Wohnstiften zu, die sogar mit Sauna oder Fitnessraum ausgestattet sind.


Wahlmöglichkeiten

Ilse und Gerhard Schmidt war wichtig, dass die Mutter noch selbständig wohnt, aber auch betreut wird. So kamen sie nach Pottenstein zum Senivita Seniorenhaus St. Elisabeth. Hier konnte sich die Mutter ein Appartement mieten und selbst einrichten. Über einen Flur kann sie ihre neue Hausärztin besuchen.

Gerhard Schmidt buchte die Tagespflege dazu. Trotz Küchenzeile sollte die Mutter nicht kochen müssen und am Unterhaltungsangebot teilnehmen können. "Meine Frau wäscht die Sachen meiner Mutter mit." Gut findet er, dass die Leistungen in der Nacht nach Bedarf bezahlt werden. So kann der Aufenthalt im Seniorenhaus aus den Leistungen der Pflegestufe II und der Rente bezahlt werden.

Doch das Wichtigste war, dass die Mutter das Haus selbst aussuchen konnte. Und auch das Appartement.