Es ist eine skurrile Mischung: Einerseits sind die Straßen der Stadt weihnachtlich beleuchtet, andererseits tragen die Häuser Trauer. Im nördlichen Bereich der Hauptstraße, an der Brauhausgasse, aber auch an der Bahnhofstraße sind Häuser mit schwarzen Fahnen beflaggt.
"Wir Bürger wollen mit den schwarzen Tüchern unsere Trauer über die momentanen politischen und verwaltungsrechtlichen Missstände in unserem so liebenswerten Ebermannstadt zum Ausdruck bringen. Unabhängig davon, dass wir jetzt zahlen sollen ( wozu wir ja auch bereit waren, nur zu anderen Modalitäten), sind viele eben sehr enttäuscht wie Versuche zur Korrektur der Misere von der Verwaltung und der Rechtsaufsicht mit allen Tricks und Mitteln verhindert wurden. Bürgerfreundlichkeit sieht anders aus!", betont Thomas Dorscht, Sprecher des Bürgerforums.


Die Bürger informieren

Er argumentiert: "Mit der Nennung der Summen sollen unsere teils noch immer unwissenden Mitbürger über die zu zahlenden Beträge informiert werden." Und die sind durchaus ansehnlich: Die Besitzer des Anwesens an der Ecke Hauptstraße/Basteibräugasse informieren  "Damit auch Sie die Wege und Parkplätze der Altstadt nutzen können, müssen die Eigentümer dieses Hauses 21 670,86 Euro bezahlen" steht auf einem Plakat im Fenster.
Der Protest sei zwar bedauerlich, aber ein absolut legitimes Mittel, um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen, findet Andreas Kirchner von der Stadtverwaltung Ebermannstadt. Er ist überzeugt, die schwarzen Fahnen spiegelten nicht das allgegemine Stimmungsbild der Stadt wider. "Wir sind immer wieder auf die Bürger zugegangen, haben informiert, aber bei einigen seien die Argumente einfach nicht angekommen, bedauert Kirchner.
Die Verwaltung habe auch vermeiden wollen, dass die Beitragsbescheide ausgerechnet in der Adventszeit verschickt werden. Die Mehrheit des Stadtrates hingegen habe anders entschieden.
Dennoch glaubt Kirchner, dass der Weihn achtsfrieden in Ebermannstadt nicht grundsä-tzlich gestörz sei. "Wir haben bislang in fünf Abrechnugnsgebieten 240 Beitragsbescheide verschickt. Widerspruch gab es bislang keinen einzigen", betont der Verwaltungsangestellte, der bislang zwei Anträgen auf Ratenzahlung entgegengenommen hat. 15 bis 20 Betroffene hätten telefonsich oder per e-mail nachgefragt, um sich Details des Bescheides erklären zu lassen.