Anfang Mai begann die Diskussion bei Facebook und ein Gerücht bereitete sich rasend schnell aus: Der H+E Ticketservice am Forchheimer Paradeplatz sei in Betrügereien verwickelt - so das Gerücht.

Bereits in der ersten Maiwoche hing dann ein Zettel "Wegen Krankheit geschlossen" an der Tür des Ladens. Kurze Zeit später dann ein offizielles Statement des Betreibers an der Tür: Der Betreiber müsse trotz aller Bemühungen nach zwölf Jahren nun wegen Insolvenz schließen. Es tue ihm leid.


Viele Anzeigen

Kunden, die ihre Karten nicht bekommen hatten, zeigten den Betreiber an. Innerhalb weniger Tage gingen über 50 Anzeigen wegen Betrugs ein. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, die Insolvenz wurde offiziell beantragt und ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Sechs Wochen werde es dauern, bis alle Unterlagen gesichtet sein werden, hieß es damals von Seiten des Insolvenzverwalters Harald Schwartz. Obwohl der insolvente Betreiber sehr kooperativ sei, dauere eine solche Ermittlung an. Diese sechswöchige Frist ist nun verstrichen. "Das Insolvenz-Gutachten liegt aufgrund der großen Anzahl der Einzelfälle erst Ende Juli vor", sagt Schwartz nun Anfang Juli.


Insolvenzverfahren erst später

Das Insolvenzverfahren wird dann voraussichtlich am 1. August eröffnet. "Wir sind noch auf der Suche nach einer Fortführungsmöglichkeit, es sieht aber derzeit nicht danach aus, dass sich ein Übernehmer findet. Aufgrund der Anzahl der Einzelfälle ist eine abschließende Beurteilung erst Ende Juli möglich", so der Insolvenzverwalter. Das Feld des Ticketverkaufs scheint für Geschäftsleute trotz der Insolvenz interessant zu sein - auch wenn es keinen direkten Übernehmer zu geben scheint. Erst Anfang Juni begann ein Laden in der Hornschuchallee Tickets zu verkaufen.

In den Geschäftsräumen von H+E Tickets will sich laut Werbung am Schaufenster auch ein Ticketservice niederlassen. Der neue Inhaber ist aus Pottenstein. Vorerst hängt aber noch oben das Firmenlogo von H+E Ticketservice.