Dateiname : Wechsel Gasversorger Musterbrief
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Datum : 23.09.2015 15:11
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Der Herbst kommt, es wird kälter - und das Thema Heizen rückt wieder in den Fokus der Menschen. Niedrige Ölpreise sorgen für entspannte Stimmung, schließlich gibt es den Liter derzeit schon für etwa 61 Cent pro Liter (bei etwa 3000 Litern Abgabemenge/Bruttopreis) - rund 20 Cent weniger als vor einem Jahr. So können bei einer Tankfüllung bis zu 600 Euro gespart werden. Doch was ist mit den Gas-Kunden? Von so einem Preisverfall können sie derzeit leider nur träumen.

Jürgen Fiedler, der Chef der Stadtwerke Ebermannstadt, betrachtet die Preisentwicklung auf längere Sicht. "Gas ist nicht so stark gestiegen, wie Öl - aber in Folge dessen auch nicht so stark gefallen". Man müsse bei einem Kostenvergleich die Preis-Historie beachten, betont Fiedler.

Generell senken nur wenige Versorger ihre Preise, obwohl auch das Gas günstiger geworden ist. Im vergangenen Jahr mussten die deutschen Importeure im Durchschnitt noch 6538 Euro für ein Terajoule (TJ) Erdgas bezahlen, im Mai dieses Jahres nur noch 5686 Euro. Das zumindest belegen Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft. Rohöl verbilligte sich um mehr als das Dreifache. Gegenwärtig sind viele Gaskunden frustriert, weil sie wenig spüren von den sinkenden Energiepreisen. Während Heizöl viel günstiger ist als vor einem Jahr, beträgt der Rückgang beim Erdgas gerade einmal zwei Prozent. Der Verivox-Verbraucherpreisindex steht aktuell bei 6,37 Cent je Kilowattstunde und hat sich damit nur hinter dem Komma geringfügig verändert. Von August bis September haben nur 23 Versorgungs-Unternehmen angekündigt, dass sie ihre Preise senken wollen - von 710, die Verivox beobachtet. Das Ausmaß der vorgesehenen Preissenkungen liegt bei knapp fünf Prozent.

Dabei besteht für Gasverbraucher in Franken eine weitere einfache Möglichkeit, Kosten einzusparen: Mittlerweile sind neben dem örtlichen Grundversorger im Schnitt 100 weitere Gasversorger verfügbar, in Bamberg beispielsweise sind es sogar weit über 200. Ein Wechsel zu einem alternativen Gasanbieter birgt ein hohes Einspar-Potenzial. Ein exemplarischer Gaspreis-Vergleich in Bamberg mit einem jährlichen Gasverbrauch von 18 000 Kilowattstunden zeigt Einspar-Möglichkeiten von fast 600 Euro bei einem Wechsel aus der Grundversorgung bei den Stadtwerken (mit rund 16500 Kunden) in einen verbraucherfreundlichen Gas-Tarif (siehe auch Tabelle).

Für viele Verbraucherschützer ist das Gebaren der Energieversorger beim Gas zum Ärgernis geworden: "Wir beobachten, dass die derzeit niedrigen Gaspreise offensichtlich nicht weitergegeben werden", sagt Daniela Czekalla von der Verbraucherzentrale Bayern. Zudem wird auch kritisiert, dass die Gasversorger ihre Gewinne nicht mit dem Verbraucher teilen würden. Dabei seien sie dazu gesetzlich verpflichtet.


Nicht so deutlich

Zum Vorwurf der Verbraucherschützer, dass die derzeit niedrigen Gaspreise nicht an die Verbraucher weiter gegeben würden, erklärt der Chef der Stadtwerke Ebermannstadt mit den Einkaufspraktiken, "die gesunkenen Gaspreise schlagen erst zeitverzögert bei den Energieversorgern an. Wir beschaffen heute schon für die Folgejahre." Man könne nicht jeden Tag für den Folgetag Gas einkaufen, betont Fiedler. Die bundesweit steigende Tendenz der Kunden, den Gasanbieter zu wechseln, spüren die Stadtwerke Ebermannstadt übrigens nicht so deutlich. Es gebe zwar ein paar Kunden, die wechseln, gibt Fiedler zu - aber die s sei nicht so ausgeprägt, wie geschildert: "Bei uns zahlen die Bestandskunden den gleichen Preis wie Neukunden - das heißt, es gibt keine Lockangebote fürs erste Vertragsjahr." Dies sei ein beliebtes Spiel mancher Anbieter, um Kunden zu ködern, die hinterher dann erhöht zur Kasse gebeten würden.

Verbraucherschützer empfehlen einen Gasanbieter-Wechsel. Dabei sollten Verbraucher aber auf eine Preisgarantie über mindestens die Vertragslaufzeit hinweg achten - und auf Vorkasse- oder Kautionstarife zu verzichten. Zudem sollten möglichst kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen bestehen.

Übrigens: Mieter, die in ihrer Wohnung oder Haus über keinen eigenen Gaszähler verfügen, können ihren Vermieter freundlich auf die Wechselmöglichkeit hinweisen, raten Verbraucherschützer. Damit der Winter und das Heizen nicht allzu tiefe Löcher in die Haushaltskasse reißt.