Die Stellungnahme zum Netz-Entwicklungsplan ist eindeutig. "Trassen statt Energiewende", kommentiert die Sprecherin des "Aktionsbündnisses gegen die Südost-Trasse" die Pläne der Netzbetreiber. Darin seien die Wechselstromtrassen "P44" von Altenfeld (bei Ilmenau in Thüringen) nach Grafenrheinfeld als auch die modifizierte Version "P44mod" von Altenfeld über Würgau nach Ludersheim im Nürnberger Land in den Plänen enthalten.

Eindeutiger Favorit des Netzbetreibers Tennet ist die Trasse von Thüringen durch das Coburger Land nach Grafenrheinfeld. Dies bestätigt Pressesprecher Markus Lieberknecht.


Ein Umweg

"Die Trasse durch die Landkreise Bamberg (Würgau), Bayreuth, Forchheim und Nürnberger Land wäre ein Umweg. Deswegen gibt es dafür auch keine Trassenplanung", versichert Lieberknecht auf Anfrage. "Wir haben dafür zwar eine elektrotechnische Berechnung gemacht, die besagt, dass diese Variante eine machbare Alternative darstellt. Unser Favorit ist diese Streckenführung über Ludersheim aber nicht", versichert Lieberknecht. Vor allem der kürzere Weg und die bereits vorhandene Infrastruktur in und um Grafenrheinfeld gäben den Ausschlag für diese Variante.

Zudem wäre die Trasse von Würgau über Tiefenpölz, Drügendorf, Weilersbach, Gaiganz, Hetzles, Schellenberg, Eschenau und Herpersdorf nach Ludersheim um 37 Kilometer länger. Sie müsste entweder ertüchtigt oder neu gebaut werden. Gegen diese Variante spreche, dass dafür kein Steckbrief im Netz-Entwicklungsplan auftauche.
Beschlossene Sache ist der Bau einer dieser beiden Trassen aber noch lange nicht. Erst einmal sind die Bürger der möglicherweise betroffenen Gebiete aufgefordert, ihre Bedenken bei den Netzbetreibern vorzulegen. "Dann werden die Stellungnahmen kategorisiert und geprüft", erläutert Lieberknecht.

Für das Aktionsbündnis, dem auch Vertreter aus dem Raum Bayreuth und Pegnitz angehören, haben die Bürger aber nur die Wahl zwischen Trassen, zwischen "Pest und Cholera". Es fordert eine Lösung, die komplett ohne neue oder aufgerüstete Stromtrassen auskommt.