Die Einteilung von Andreas Drummer als Schiedsrichter war angesichts seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zur DJK Weingarts sicherlich unglücklich. Dass er sich beim Pokalspiel des enttäuschenden Kreisligisten beim mutigen SV Bieberbach zwei Fehlentscheidungen zu Gunsten der "Maigischer" erlaubte, machte die Sache nicht besser. Auch sonst gab es in der zweiten Runde des Kreispokals einige Überraschungen.


SpVgg Heroldsbach/Th. - DJK Hallerndorf 5:2

Die Heimelf hatte über die 90 Minuten mehr Spielanteile, die besseren Chancen und siegte verdient. Hallerndorf kam nach der Pause etwas besser auf, die zwei Treffer vielen jedoch praktisch aus dem Nichts.
Mann des Spiels war Philipp Götz, der den DJK-Keeper zunächst nach einem Solo im Nachschuss überwand (39.), und dann zweimal hervorragend in Szene gesetzt wurde (41., 61.). Mit der 3:0-Führung im Rücken, war der SpVgg der Sieg nicht mehr zu nehmen, obwohl die Gäste durch Tobias Schwarzmann, der einen Abpraller verwertete (65.), und Jonas Weber, der einen Kopfball gegen die Laufrichtung von Torwart Joscha Hermann platzierte (67.), noch einmal herankamen. Philipp Büttner im Nachschuss (77.) und Alexander Vogt per Kopf (87.) machten alles klar.


SV Bieberbach - DJK Weingarts 1:2

Die Gäste ließen vieles vermissen, und so übernahm der SV das Ruder. Sebastian Vollmeier hatte die Führung auf dem Fuß, doch DJK-Keeper Daniel Nüssel entschärfte das Pfund mit den Fäusten (6.). Eine Eckball-Variante brachte das verdiente 1:0: Vollmeier ließ den Ball durch, in der Mitte vollendete Kapitän Michael Roppelt aus kurzer Distanz zum 1:0 (13.). Zuvor war ein Lupfer von Vollmeier wohl erst hinter der Linie geklärt worden, doch Schiedsrichter Andreas Drummer gab den Treffer nicht. Frank Krasser zwang Nüssel mit dem Halbzeitpfiff zu einer Glanzparade, die DJK hatte nur eine Großchance durch Ferdinand Drummer, der aus fünf Metern drüber schoss.
Nach dem Wechsel folgte eine Schlüsselszene: Der Unparteiische zeigte auf den Elfmeterpunkt, nachdem Michael Stenglein knapp außerhalb des Strafraums gefoult worden war (57.): Matthias Werner ließ sich die Chance zum 1:1 nicht entgehen. Dem Spiel der nun stärker agierenden Gäste, die etwas leichtfertig mit ihren Möglichkeiten umgingen, setzte der SV Kampf und Einsatz entgegen, die Partie wogte hin und her. Letztlich traf Noah Drummer in der 76. Minute vom Sechzehnereck nach Einzelleistung etwas glücklich zum 1:2 in die kurze Ecke.
Bieberbachs sportlicher Leiter, Klaus Krügel, monierte nach der Partie: "Wie kann ein Schiri pfeifen, dessen Bruder und Cousin in der gegnerischen Mannschaft spielen? Ich bin sauer, diese Einteilung hat für mich nach dem knappen 1:2 und vor allem nach den zwei Fehlentscheidungen ein Geschmäckle."


FC Reichenschwand - SV Ermreuth 8:1

Die Gäste schlugen sich in der ersten Halbzeit wacker, lagen durch ein Tor von Philipp Lämmermann, der aus 16 Metern flach erfolgreich war (36.), nur mit 0:1 hinten. Nach Wiederanpfiff nahm das Schicksal dann aber seinen Lauf: Erst bugsierte ein Ermreuther eine scharfe Hereingabe von Benjamin Fink ins eigene Netz (48.), zehn Minuten später traf Fink aus kurzer Distanz zum 3:0 in den Winkel. Der Ehrentreffer durch Andreas Hammerand (62.) ließ die Gäste noch einmal kurz hoffen, doch Philipp Heinrich, der nach starker Vorarbeit von Lämmermann nur einschieben musste (64.), und Fink mit einem Lupfer (65.) sorgten für klare Verhältnisse. Damit hatte der FC aber noch nicht genug: Lämmermann ließ vor dem 6:1 die halbe Gästeabwehr samt Torwart aussteigen (70.) und legte per Foulelfmeter das 7:1 nach (75.), Heinrich verwertete eine Fink-Flanke zum 8:1-Endstand.


Victoria Erlangen - SpVgg Heßdorf n.E. 8:7

Durchaus überraschend strauchelte der Spitzenreiter der Kreisliga 1 beim Kreisklassen-Aufsteiger, der am Wochenende beim Sieg über Möhrendorf wohl viel Selbstbewusstsein getankt hatte. Dramani (18.) und Cleary (30.) brachten die Victoria in Führung, Heßdorf drehte die Partie (55., 70., 83.) und wähnte sich als Sieger. Doch Erlangen bekam einen Strafstoß zugesprochen, den Cleary zum 3:3 nutzte (87.) und das Elfmeterschießen erzwang. Hier entschärfte Erlangens Keeper Lukas Frasch gleich den ersten Heßdorfer Versuch, und weil alle anderen Schützen verwandelten, ist der Kreisklassist nun eine Runde weiter.