EggolsheimViel Einsatz trotz fehlender Unterstützung von den Rängen: Bei der 58:66-Niederlage gegen den Ex-Regionalligisten TS Herzogenaurach war die DJK Eggolsheim zum Bayernliga-Saisonstart in eigener - aber leerer - Halle, lange dran am Auftaktsieg.

Bayernliga Nord, Herren

DJK Eggolsheim - TS Herzogenaurach 58:66

Zumindest das Duell der Trainer-Emotionen gewannen die Eggolsheimer. "Weil ihr alle nicht bereit seid", schimpfte Carsten Richter in seiner ersten Auszeit, nachdem die Gastgeber in der zuschauerleeren Eggerbachhalle von der TS Herzogenaurach mit 2:8 kalt erwischt worden waren. Direkt danach kassierte sein Team zwar erneut Punkte, doch dann wirkten Richters Worte. Timm Ertl verkürzte, die DJK-Bank stand. Der vergebene Freiwurf? Geschenkt. Es war nicht der einzige an diesem Abend - bei beiden Mannschaften.

Die zweite Auszeit der Begegnung nahm Gästecoach Peter Simon. Der Eggolsheimer Nico Winkler hatte gerade zum 16:18 gepunktet. Hatte Richter zuvor noch über "Bullshit" geklagt, nahm Simon jetzt dasselbe Wort in den Mund. Zu seinen Longhorns passte es auch irgendwie besser.

Noch seltener als die Freiwürfe fielen in den 40 Minuten die Dreier. Umso euphorischer war die DJK, als Niklas Meinhardt aus der Distanz zum 26:29 traf. Richter war jetzt wesentlich zufriedener. Nicht der regelmäßige Schluck aus der Cola-Flasche beruhigte ihn, sondern der Auftritt seiner Mannschaft, die die Scheu vor dem großen Namen des Gegners langsam ablegte.

In der letzten Minute vor der Pause glich Eggolsheim erstmals aus. Julian Roppelt bekam 1,8 Sekunden vor der Sirene noch zwei Freiwürfe zugesprochen. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es beim 29:29 bleib. Obwohl nahezu ausschließlich Carsten Richter mit den Schiedsrichtern diskutiert hatte, schnappte sich einer der Referees beim Seitenwechsel beide Trainer. Die Gestik verriet, dass er weniger Zwischenrufe von außen wünschte. Womöglich waren die nur deshalb lauter als sonst zu hören, weil die Gemeinde das Eggolsheimer Hygienekonzept nicht rechtzeitig genehmigt hatte, deswegen kein Publikum anwesend war und somit auch keine Trommeln.

Richter desinfizierte seine Hände am bereitstehenden Spender. "Ich rieche das Zeug so gerne", schickte er fast schon entschuldigend hinterher. Dann versammelte er seine Jungs zur Taktikbesprechung in der Hallenecke. Auf die Leistung des zweiten Viertels ließ sich aufbauen.

Auch im dritten Abschnitt war der Fast-Absteiger der vergangenen Jahre dem früheren Regionalligisten ebenbürtig und nahm einen knappen Vorsprung mit ins letzte Viertel (48:47). Dort gelangen den Hausherren allerdings nur noch schwache zehn Punkte, was das runderneuerte Longhorns-Team nutzte, um das Kräfteverhältnis geradezurücken.