Am Wochenende beginnen die Fußballerinnen aus dem Spielkreis die Saison. Endlich, mag sich manche Akteurin nach Wochen der Vorbereitung denken. Aber ehe sich die Fußball-Damen versehen, sind sie auch schon wieder in der Winterpause. In acht Wochen, Mitte November, ruht bereits der Spielbetrieb, die Vorrunde bleibt also ein kurzes Vergnügen. Beispiel: die SG Poxdorf, in der Kreisklasse 1 antretend. Das erste Spiel wurde schon auf März verlegt, dazu tritt Poxdorf in einer kleinen Liga mit nur acht Teams an. Bis zur Winterruhe stehen daher gerade einmal sechs Punktspiele im Terminkalender. Schon sehr dünn.

"Man kommt gerade in den Rhythmus und muss dann in eine mehrmonatige Pause. Da stellt sich schon die Frage nach dem Sinn", sagt Stefan Gebhardt, Abteilungsleiter des FC Stöckach. Seine Damen haben in der Kreisklasse 3 mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, dort aber immerhin acht Gegnerinnen. "Ich verstehe nicht, warum man an drei Kreisklassen festhalten muss. Bei zwei Ligen wären zwölf oder 13 Teams vertreten, so kann man eine ordentliche Saison in einer vernünftigen Länge spielen", sagt der Vertreter des FC Stöckach.

Möglich sei eine eben solche Lösung schon. "Das ist eine Entscheidung des Kreises. Da müssen sich auch die Vereine kümmern", sagte der Kreisvorsitzende Max Habermann. Ein Problem stelle aber eine 13er Liga dar, wie Frauenspielleiter Gerhard Mehl sagt: "Mehr als zwölf Teams müssen übergeordnet genehmigt werden, das wäre schwierig geworden."

Nicht mehr am Spielbetrieb nimmt übrigens der FSV Großenseebach teil. Ein Großteil der Mannschaft hat sich anderen Klubs angeschlossen. Außerdem hat der SC Gremsdorf sein Team aus der Bezirksliga zurückgezogen und startet in der untersten Liga, der Kreisklasse. tsc


Kreisliga ER/PEG

Selten läuft ein Trainer-Wechsel im Fußball so harmonisch ab. "Simon Albert hat eineinhalb Jahre hervorragende Arbeit geleistet", sagt dessen Vorgänger und Nachfolger als Ebser Frauencoach, Wastl Köferlein. Albert hat die männliche A-Jugend des Baiersdorfer SV übernommen und Köferlein setzt seine 17 Jahre beim TSV mit Co-Trainer Alfred Schaller fort. Zwar wurde der Kern der Mannschaft 2012 als U17 Bezirksliga-Meister, doch der 52-Jährige schielt nur auf den Klassenerhalt. "Wenn ich höre, wie die anderen Teams aufgerüstet und teilweise von der Auflösung der Großenseebacher und Gremsdorfer Mannschaft profitiert haben, muss es unser Ziel sein, uns gut zu verkaufen", meint Köferlein, der auf die zu Greuther Fürth gewechselte Amelie Striegel verzichten muss. Allen voran Hetzles und Hammerbach traut er die Meisterschaft und damit den Durchmarsch in die Bezirksliga zu. Hetzles ist am Sonntag (17 Uhr) auch der erste Gegner Ebermannstadts. Am selben Tag (10 Uhr) gastiert Hammerbach beim 1. FC Burk, und der SV Weilersbach tritt in Schnaittach an (17 Uhr). rup


Kreisklasse 1 ER/PEG

Der SV Poxdorf geht auch 2015/2016 als Spielgemeinschaft ins Rennen. Nach der Trennung von Langensendelbach heißt der Partner allerdings Möhrendorf und Punkte sammelt die Mannschaft nicht mehr in der Kreisklasse 2, sondern der 1er-Staffel. "Die Baiersdorfer Mannschaft hat sich aufgelöst, viele Spielerinnen sind nach Langensendelbach. Daher hat der SV nun einen ausreichenden Kader", erklärt SG-Trainer Stefan Wagner. Als er ein Testspiel mit Möhrendorf ausmachen wollte, habe sich der Zusammenschluss mit dem ASV ergeben. Dadurch erhält der 35-Jährige Unterstützung von den Möhrendorfer Trainern Thomas Barthelmeß und Maik Schönemann. "Thomas will immer Erster werden", sagt Wagner über dessen nicht ganz ernst gemeinte Zielvorgabe. Schließlich wurden sowohl die SG Poxdorf als auch Möhrendorf in ihrer Liga Letzter. "Die Mädels sollen Spaß am Fußball haben und sich verbessern", meint der Fürther, der das Auftaktspiel gegen Gremsdorf aus urlaubsbedingtem Personalmangel verlegen musste. Ein böses Erwachen gegen seinen Meisterschaftsfavoriten bleibt der SG somit erspart. "Ich glaube nicht, dass alle Bezirksliga-Spielerinnen weggegangen sind, das Kreisklassen-Team war letztes Jahr auch nicht so schlecht", sagt Wagner über den Neustart des SC Gremsdorf. rup


Kreisklasse 2 ER/PEG

Mit Schnaid/Rothensand, Obertrubach und Effeltrich sind alle drei Absteiger der Kreisliga in der 2er-Staffel gelandet, Gräfenberg und Stöckach mussten deshalb in die Kreisklasse 3 weichen. Für Schnaids Trainerin ist der direkte Wiederaufstieg kein Thema. "Wir wollen einfach nur Spaß am Fußball haben und ordentlich spielen", sagt Liane Schwarzmann, die den beruflich scheidenden Fabian Mittmann-Lochner ersetzt und von Manuel Schiefer sowie Sandra Förtsch unterstützt wird. Mit Wichsenstein gastiert am Sonntag laut Schwarzmann einer der Topfavoriten in Schnaid. "Auch Eggolsheim ist nicht zu unterschätzen", glaubt die Torhüterin. rup


Kreisklasse 3 ER/PEG

Nur der Erste steigt auf, so läuft es nun mal in den Frauen-Kreisklassen. Und das hat dem FC Stöckach in der vergangenen Saison fast ein wenig den Spaß geraubt. "Da war ja schon vor dem 1. Spieltag klar, dass Hetzles mit seiner starken Mannschaft den Titel holen würde", sagt Abteilungsleiter Stefan Gebhart. So kam es dann ja auch: 18 Spiele, 18 Siege, 106:5 Tore. Nun ist Hetzles aber Kreisligist, und der FC Stöckach obendrein in einer anderen Staffel. "Ich will nicht sagen, dass wir in der 2er Gruppe unzufrieden waren, aber jetzt warten einige Derbys auf uns, das hat schon seinen Reiz." Etwa gegen Gräfenberg, das ebenfalls aus der 2er- in die 3er-Staffel hinüber gewandert ist. Auf einen Favoriten in der Liga will und kann sich Gebhardt noch nicht festlegen, aber immerhin scheint keine Übermannschaft wie Hetzles in der vergangenen Saison dabei zu sein. "Gräfenberg und Reichenschwand können sicher eine gute Rolle spielen", glaubt Gebhardt, der seinem Team auch einiges zutraut: "Der Kader ist im Großen zusammengeblieben, manche Spielerin konnten wir sogar wieder reaktivieren. Ich sehe uns nach jetzigem Stand zwischen den Plätzen 3 und 5." Was andernorts schon einer Top-Platzierung gleich käme, heißt im Fall der dünn besetzten Kreisklasse 3 lediglich: im oberen Mittelfeld. tsc