Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat sich in einer E-Mail an seine Vereine gewandt, in der es um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der unterbrochenen Saison 2019/20 geht. Der ursprünglich anvisierte 5. September wird um mindestens 14 Tage auf den 19. September verschoben. Bei den Junioren hätte es am 13. September losgehen sollen. Zudem findet BFV-Chef Rainer Koch in der Mail deutliche und kritische Worte in Richtung Staatsregierung.

"Es stößt immer mehr auf Unverständnis, warum bei Amateurspielen im Freien in Baden-Württemberg bis zu 500 und in Hessen bis zu 250 Zuschauer zugelassen sind, in Bayern aber keine Regelung gefunden werden kann. Es geht bei unserem Spielbetrieb doch in der Regel nicht darum, Fankurven in Stadien, bei denen man eng zusammensteht, zu füllen, sondern eine gewisse Zahl an Vereinsmitgliedern, Eltern und Freunden auf Fußballplätze zu bringen, die genügend Platz bieten, um Abstand zu halten. Wir haben mehrfach Lösungen vorgeschlagen und angeboten, Regularien mit auszuarbeiten", heißt es in der Mitteilung.

Mit einer staatlichen Entscheidung, ob die Amateure den Wettkampfspielbetrieb vor Zuschauern wieder aufnehmen können, sei laut Nachricht aus dem Innenministerium aber nicht vor dem 1. September zu rechnen. Von daher habe sich der BFV-Vorstand entschieden, seinen Vereinen eine gewisse Vorlaufzeit zur Umsetzung der dann geltenden Hygienekonzepte einzuräumen und den Spielbetrieb, falls es dann staatlich erlaubt wird, ab dem 19. September fortzusetzen. Einzelne Spiele wären nur dann früher möglich, wenn beide beteiligten Vereine dies wünschen.

"Der BFV hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Ball liegt jetzt in der Spielhälfte der Politik. Sie muss entscheiden, ob sie mitspielt oder ob sie unsere über 4500 Vereine weiter im Abseits stehen lässt und damit deren Existenz aufs Spiel setzt", schreibt der Verband. "Wir werden auch weiterhin alles dafür tun, dass der bayerische Amateurfußball zumindest eine Gleichbehandlung erfährt."

Was das für den Ligapokal bedeutet, der in sämtlichen Spielklassen eingeführt wurde, um die vermeintlich zu lange Zeitspanne zu überbrücken, ist noch nicht klar. "Das kann je nach Bezirk unterschiedlich gehandhabt werden", erklärt BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth auf Anfrage unseres Partnerportals anpfiff-info.