Im Jahr 1956 war in Bayern der Sozialdemokrat Wilhelm Högner Ministerpräsident. Etwa neun von zehn Hausner wählten aber die CSU. Da gründeten am 3. Juni 14 Männer, einen SPD-Ortsverein. Unter diesen Männern war auch Wolfgang Blum.

Auf den Tag 60 Jahre später zeichnete der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz das Gründungsmitglied nun mit der Willy-Brandt-Medaille aus.


Warnung vor der AfD

Festredner Schwarz setzte sich mit den aktuellen politischen Herausforderungen auseinander. Die Gründung des Hausener Ortsvereins sein von einer typischen Haltung der Kriegs- und Nachkriegsgeneration geprägt gewesen: "Damit das nie wieder passiert", sagte Schwarz und bezog sich dabei auf die nationalsozialistischen Verbrechen.


Schwarz artikulierte sein dunkles Gefühl, dass "die Gesellschaft in eine gefährliche Richtung läuft". Insbesondere wandte er sich auch an anwesende Vertreter anderer Parteien. Auch sie sollten darauf achten, dass die Gesellschaft nicht gespalten werde. Schwarz ging es vor allem um die AfD, der er eine Politik der Ausgrenzung vorwarf: "Die AfD darf damit keinen Erfolg haben", warnte er unter Beifall.

Aus der Chronik des SPD-Ortsvereins trug Gertrud Tinkl vor. Markante Punkte waren dabei: 1960 die ersten zwei Gemeinderatsmandate; 1969 ein Anwachsen auf 42 Mitglieder oder 1971 die Niederlage von Felix Jäger mit nur drei Stimmen Unterschied bei der Wahl zum Bürgermeister. 1990 erhielt Otmar Tinkl die meisten Stimmen bei der Wahl zum Gemeinderat und 2003 wurde Patricia Moshack wurde die erste weibliche Vorsitzende des Vereins. Im Jahr 2014 wurde mit Gerd Zimmer ein SPDler Bürgermeister.