Wie Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWG) erläuterte, bestehe bei manchen Gräbern eine ausgeprägte Staunässe, die überlange Liegezeiten bedeute. Deshalb hatte sich der Gemeinderat bereits wiederholt mit dem Einbau von Drainagen zwischen dem Friedhof und einem angrenzenden Flurstück beschäftigt. Eine Kernbohrungen zwischen dem Leichenhaus und dem benachbarten Feuerwehrhaus im Mai 2011 hatte folgenden Bodenaufbau ergeben: Unter einer 30 Zentimeter dicken Humusschicht liegt bis zu einer Tiefe von 1,30 Meter eine sandige Lehmschicht und darunter eine Feuerletten-Schicht.

Der Hydrogeologe Reiländer machte schnell klar, dass eine Drainage außerhalb des Friedhofes keinen Sinn ergebe, da der Regen auf der Friedhofsfläche für das Stauwasser verantwortlich sei, das dort nicht ausreichend versickern könne.
Wolle der Rat an einer Drainierung festhalten, müsste zunächst an den drei Wegen eine Hauptdrainage verlegt werden, an die dann jedes Grab angeschlossen werden muss. Doch wohin soll dann das Drainagewasser abgeleitet werden?, fragte Reiländer. Der Geologe regte stattdessen an, darüber nachzudenken, ob nicht der ganze Friedhof zum Tal der Schwabach mit seinem Sandboden hin verlegt werden könnte.

Eine andere Möglichkeit ließ sich anschließend der Gemeinderat von Claus-Peter Müller aufzeigen, dessen Firma mit steigenden Erfolg das Grabhüllensystem "Weihe" anbietet.

Sauerstoff für das Grab

Diese Variante werde bereits in zahlreichen Kommunen eingesetzt, deren Friedhöfe unter Staunässe zu leiden hätten. Der Trick dabei besteht im Wesentlichen aus Luftröhren, die das Grab und den Sarg mit dem für eine Zersetzung notwendigen Sauerstoff versorgen. Einflüsse wie Wasser und zu dichter Boden würden nun nicht mehr stören. Der Vertreter der Bestattungsfirma verspricht mit seinem Grabhüllensystem, das bereits in etlichen Gemeinden im Umkreis angewendet werde, vor allem wesentlich kürzere Liegezeiten.

Wenn sich die Politiker ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten ausgetauscht haben, so Bürgermeisterin Werner, soll sich das Gremium in einer der nächsten Sitzung für eine Lösung entscheiden, die für alle Bürger annehmbar sei.