Noch ist es ein gewöhnlicher Schotterweg. Doch dieser soll ausgebaut werden und dann als Ortsumgehungsstraße Walkersbrunn umfahren. Das ist seit langem geplant. Vor zwei Jahren wurden die Planungen wieder aufgenommen. "Bis dahin war für uns - und ich denke auch für die in Walkersbrunn lebenden Bürger - eigentlich klar, dass diese Ortsumgehung im Bereich der seit den 70er Jahren im Zuge der damaligen Flurbereinigung dem Freistaat Bayern übereigneten Trasse verlaufen wird. Allerdings stellte das Staatliche Bauamt Bamberg neben den in der bekannten Trasse verlaufenden beiden Varianten 1a und 1b noch eine weitere Variante 2 entlang der Schwabach vor", sagte Werner Wolf (FW) in seiner Stellungnahme für seine Fraktion. Denn der Stadtrat musste seine Stellungnahme abgeben und die bevorzugte Variante festlegen.

Allerdings erregt die Ortsumfahrung doch die Gemüter einiger Walkersbrunner Bürger, wie sich auch an den zahlreichen Besuchern der Stadtratssitzung zeigte. Eine Initiative gegen den Trassenverlauf hatte sich gebildet, denn so mancher Walkersbrunner war damit unglücklich und legte gegen das Vorhaben Widerspruch ein. Schon in der Bürgerversammlung hatten alle Anwohner ihre Bedenken äußern können.

Die drei Varianten abgeklopft

Mit den drei Varianten hat sich der Stadtrat intensiv beschäftigt, wie die von Werner Wolf aufgezeigten Argumente verdeutlichten. Vor allem wegen der erhöhten Unfallgefahr durch zwei Unfallschwerpunkte lehnten die Freien Wähler die Variante 1a ab. Diese hat im Grund denselben Verlauf, allerdings statt der zwei Kreisel eine Linksabbiegerspur. Die neue Staatsstraße würde in ihrem leicht gekrümmten Verlauf viele Autofahrer zum Rasen verführen. Werner Wolf fürchtet, dass die einmündenden Autofahrer die Geschwindigkeit der herannahenden Fahrzeuge unterschätzen. Auch der Verkehrslärm würde durch die höhere Geschwindigkeit zunehmen, was die Anwohner mehr beeinträchtige als die bisherige Ortsdurchfahrt. Zudem: "Durch den verlängerten Ausbau dieser Variante 1a nach Nordwesten hin ergeben sich auch höhere Baukosten", betonte Wolf. Die Variante 2 würde für die Anwohner zwar weniger Verkehrslärm bedeuten, die Unfallschwerpunkte blieben aber. Außerdem würde dieser Verlauf der Schwabach entlang die landwirtschaftlichen Flächen so zerschneiden, dass die Bewirtschaftung der übrigen Flächen links und rechts der Trasse erschwert wäre.

Der Hauptgrund jedoch, warum diese Variante 2 nicht in Frage kommt, sind mit umfangreichen Grunderwerbsverhandlungen begründet. "Deren Scheitern ist aus unserer Sicht schon deshalb programmiert, weil fast doppelt so viele Eigentümer betroffen wären als bei den marginalen Zuerwerben der Varianten 1a und b. Letztlich ist zu befürchten, dass durch sich hinziehende Grundstücksverhandlungen das Vorhaben "Ortsumgehung Walkersbrunn" seitens des Staatlichen Bauamts wieder komplett aufgegeben wird - und das würde bedeuten, dass sich in Walkersbrunn überhaupt nichts ändert", begründete Wolf die Ablehnung der Variante 2.

Dies sahen auch die anderen Fraktionen so, weshalb sich das Gremium einstimmig für die Variante 1b entschied. Dazu wird der vorhandene Schotterweg ausgebaut. Die vom Stadtrat favorisierte Variante hat - wie auch die Variante 1a - 35 Meter Abstand zu den Wohnhäusern und wird zwei Kreisverkehre haben, um die Geschwindigkeit und somit sowohl die Unfallgefahr als auch den Verkehrslärm zu drosseln. Die Variante 1a hätte statt der Kreisel eine Linksabbiegerspur. Auch eine Machbarkeitsstudie für den Trassenverlauf Variante 2 zu erstellen, fand einstimmig nicht den Zuspruch der Räte.

"Widersprüche respektiert"

Trotzdem habe der Stadtrat die Widersprüche mancher Anwohner respektiert, wie Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) betonte: "Wir haben die Bedenken in die Entscheidung mit aufgenommen. Aber: Zum einen konnten die Einsprüche mangels Zuständigkeitsbereich nicht berücksichtigt werden. Zum anderen gibt es keine Variante, mit der alle zufrieden sind", sagte Kunzmann.