Seine Amtszeit sei geprägt gewesen von der Umsiedlung des Vereins von der Jahnstraße nach Forchheim-Nord, betonte der scheidende Vorstandsvorsitzende der SpVgg Jahn Forchheim, Gunter Bierfelder. Obwohl bereits 2014 eine grundsätzliche Einigung erzielt worden sei, habe es immer wieder Probleme gegeben, die gelöst werden mussten.

Seit knapp zwei Wochen sei nun der Vertrag mit der Hamburger Immobiliengesellschaft Dignus unterschrieben, die das 19 000 Quadratmeter große Areal an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße erwerben will, um 215 Wohnungen und 125 Appartements zu bauen. Angesichts der finanziell prekären Situation der SpVgg Jahn - die Sparkasse habe klar gemacht, dass sie nicht gewillt sei, dem Verein weitere Kredite zu gewähren - habe sich der Investor großzügig gezeigt und den ursprünglichen Kaufpreis von 3,5 auf 3,8 Millionen Euro angehoben. Eine äußerst faire Geste, nannte das Vorstandsvorsitzender Bierfelder.


Es muss verhandelt werden

Nun müssten mit dem Vertragspartner und dem Planungsbüro der Architektenvertrag unterzeichnet werden. Gleichzeitig müssten Gespräche mit Vertretern der Stadt und des Landkreises geführt werden.
Bierfelder geht dabei davon aus, dass die Stadt auf das so genannte Rückübertragungsrecht verzichtet. "Ich vertraue darauf, dass die Stadt ein großes Interesse an der Umsiedlung hat", zeigte sich Bierfelder optimistisch. Er mahnte, dass die Umsiedlung so schnell wie möglich realisiert werden müsse. Nur so könne es gelingen, den Verein in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Der größte Klotz am Bein sei die Veranstaltungshalle, die der Verein der Stadt seit 35 Jahren mit erheblichem ehrenamtlichen Einsatz zur Verfügung stelle. Das sei aber nicht die Kernaufgabe eines Sportvereins. Als die Halle gut ausgebucht war, hätten die Unkosten gedeckt werden können, informierte Schatzmeister Gerhard Tinkl. In den letzten beiden Jahren hätten aber 20 bzw. 30 000 Euro Betriebskosten nachbezahlt werden müssen. Die prekäre Situation veranschaulichte Tinkl anhand des Lumpenballs. "Der brachte 2010 noch 10 000 Euro in die Kasse. Heuer blieb unter dem Strich ein Defizit von 1000 Euro", so Tinkl.


Keine echte Rückübertragung?

Gunter Bierfelder vertrat die Ansicht, dass das Rückübertragungsrecht, sprich das Vorkaufsrecht der Stadt für das Sportgelände, auf dem 1926 auch die Jahnhalle errichtet wurde, nur deshalb festgehalten wurde, weil vermieden werden sollte, dass sich Vereinsmitglieder bereichern, sollte der Verein einmal aufgelöst werden. "Das ist aber nicht der Fall. Wir ziehen nur um", unterstrich Bierfelder.


Die Rechnung geht auf

Stadtrat Udo Schönfelder (CSU), der sich ebenfalls aus der Vereinsführung verabschiedete, machte deutlich, dass ein Gutachten den Verzicht auf das Rückübertragungsrecht mit 1,8 Millionen Euro bewertet habe. Die Tatsache, dass die Stadt die Liegenschaften an der Friedrich-Ludwig-Jahn Straße 30 Jahre früher als geplant nutzen kann und die SpVgg Jahn auf die Erbpacht-Nutzung verzichte, sei auf 1,9 Millionen Euro beziffert worden. "Es geht also auf", fand Schönfelder. Die Problematik bestehe nur darin, dies einem Politiker nachvollziehbar zu erklären.