Es kann nur besser werden. Nach diesem Motto beurteilten die Mitglieder des Bauausschusses das Ansinnen des Forchheimer Unternehmens YT Industries, das in der Nürnberger Straße 75 an Stelle des seit Jahren leer stehenden Gartencenters ein zweistöckiges, zehn Meter hohes Verkaufs- und Bürogebäude errichten will. Das unansehnliche ehemalige Gartencenter soll einem Neubau weichen.
Obwohl Baugrenzen überschritten werden und das Gebäude dort errichtet werden soll, wo einst Bäume geplant waren - die aber nie gepflanzt wurden - stimmte das Gremium dem Bauantrag einstimmig zu.
Die unschöne Situation werde sich durch das Bauvorhaben zum Positiven verändern, zeigte sich Stadtrat Markus Schmidt (CSU) überzeugt. Zumal der Antragsteller in Sachen Mountainbikes ein "Aushängeschild für die Stadt" sei.
Kollege Sebastian Körber (FDP) bewertete es ebenfalls als positiv, dass die Fläche besser und intensiver genutzt werden soll. "Die Besucher sehen: In Forchheim tut sich was", urteilte Körber über den Antragsteller YT, einen "hidden Champion", der die nicht ganz billigen Fahrräder der Extraklasse in Forchheim produziere. "Eine super Sache", fand Körber.
Nach 20 Jahren zehn Bäume einzufordern, die dem ursprünglichen Bauherrn "Obi" zur Auflage gemacht worden waren, hielt er indes für schwierig. Er plädierte daher dafür, die Baumpflanzung, die auf Vorschlag der Verwaltung auf dem Parkplatz realisiert werden soll, zu streichen.
Reinhold Otzelberger (SPD) bekräftigte, er habe kein Problem damit, dass die Flächen nach jahrelangem Leerstand einer intensiveren Nutzung zugeführt werden sollen. "Die Überschreitung der Gebäude-Grundfläche um 750 Quadratmeter stört mich nicht", argumentierte Otzelberger.
Stadtrat Erwin Held (FW) lobte, dass der Bauwerber an der Sache drangeblieben sei und den zweiten oder dritten Anlauf unternommen habe, sich hier zu vergrößern. Zudem werde das Ortsbild durch den Neubau positiv geprägt, bescheinigte Held.
Das Gremium stimmte auch der Errichtung eines Cafés im Zuge des Neubau-Projektes zu. Die gastronomische Nutzung habe sicher nur eine untergeordnete Bedeutung, waren sich die Mitglieder des Bauausschusses einig. "Ich bin überzeugt davon, dass der Bauwerber nicht von den Einnahmen aus dem Café leben will und das auch nicht kann", erklärte Erwin Held. Im Mittelpunkt stünden vielmehr der Präsentationsraum (Showroom genannt), die Büros und die Produktionsflächen. Die Kollegen sahen das genauso.
Der Neubau hat auf der Westseite zur Straße hin eine Länge von knapp 82 Metern und wird 21 Meter breit. An der Südseite ist zusätzliche ein 39 Meter langer und 6,66 Meter breiter Gebäudetrakt mit Flachdach geplant, der als Lager und Werkstatt genutzt werden soll.
Unberührt von dem Neubau-Vorhaben bleibt der bestehende Gebäudetrakt des Tedox-Marktes, in dem Produkte aus dem Heimwerker- und Baumarkt-Segment angeboten werden