Die Beamten gehen laut eigenen Aussagen davon aus, dass der Radler (41) ohne Licht unterwegs gewesen und daher viel zu spät von einem Autofahrer erkannt worden sei.


"Nicht erkennbar"


Laut Jürgen Stadter, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberfranken, werde noch geklärt, ob der Mann eventuell eine Lampe am Körper hatte, die durch den Unfall weggeschleudert wurde. "Doch vieles spricht eher dafür, dass er nicht erkennbar war", sagt der Polizeisprecher. Gerade in den Wintermonaten müssen Radfahrer und auch Fußgänger darauf achten, dass sie rasch von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Das ist aber leider nicht immer der Fall.

Manfred Fluhrer, Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), fährt selbst häufig mit dem Rad von Hallerndorf nach Forchheim zur Arbeit und erklärt: "Mir fällt es gelegentlich auf, dass vor allem Radfahrer in der Stadt ohne Licht fahren. Ich schätze, dass dies bei jedem zehnten der Fall ist. Außerhalb von Ortschaften ist dies seltener zu sehen."


Deutlich schwerere Folgen


Tatsache ist: Bei Dunkelheit unterliegen Radfahrer einem dreifach höheren Unfallrisiko. Zudem ziehen Nachtunfälle im Vergleich zu Unfällen am Tag deutlich schwerere Folgen nach sich.

Da 90 Prozent der Informationen im Straßenverkehr über die Augen aufgenommen werden, ist die Sichtbarkeit lebenswichtig.

Doch wie können sich Radler am besten und effektivsten bemerkbar machen? Fluhrer erklärt: "Ideal ist eine LED-Beleuchtung mit Naben-Dynamo oder eine andere Variante mit Batterien oder Akku betrieben. Ich fahre selbst mit der Akku-Variante und muss mich etwa alle vier Wochen darum kümmern, den Akku aufzuladen oder die Batterie zu wechseln."

Zudem rät der passionierte Radfahrer zum Gebrauch von Reflektoren, die an den Füßen befestigt werden, und zum Überziehen einer Warnweste.


Schulungen in den vierten Klassen


Polizeisprecher Stadter richtet ebenfalls einen Appell an die Radfahrer in der Region: "Jeder sollte sich an den gesetzlichen Bestimmungen orientieren, die Licht während der Dämmerung oder in der Nacht vorschreiben." Das schulen Verkehrspolizisten auch den Schulkindern der vierten Klassen während des Fahrrad-Führerscheins.

"Das Thema richtige Beleuchtung ist ein wesentlicher Bereich dieser Schulungen", berichtet Jürgen Stadter. Doch trotz aller Theorie liegt die Verantwortung bei den Eltern. Sie sollten stets darauf achten, dass ihre Kinder auch wirklich gut sichtbar unterwegs sind - damit der Weg zur Schule auch sicher bleibt.



Darauf müssen Radfahrer achten


Gesetz: Der Gesetzgeber macht genaue Vorgaben, welche Reflektoren und Lichter ein Fahrrad im Verkehr mindestens braucht: zwei voneinander unabhängige Bremsen, weißer Frontscheinwerfer, rotes Rücklicht, zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad oder Reflektorstreifen im Rad, ein weißer Reflektor vorne, ein roter Großrückstrahler und ein kleinerer roter Rückstrahler hinten, Pedale mit gelben Reflektoren an beiden Seiten, eine Klingel.

Strafen: Die Strafen für eine fehlende oder nicht funktionierende Beleuchtungseinrichtung am Fahrrad sind im
Tatbestandskatalog des Kraftfahrtbundesamtes klar geregelt: Bußgeld: 10 Euro; mit Gefährdung anderer: 20 Euro; Verstöße mit Unfallfolgen: 25 Euro.

Anhänger: Auch Fahrrad-Anhänger brauchen eine eigene Lichtanlage: Ein Fahrradanhänger muss bei Dunkelheit mit einer Schlussleuchte und nicht nur mit einem Rückstrahler ausgestattet sein, wenn das Rücklicht am Fahrrad nicht ständig sichtbar ist.