In ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeinderäte beschlossen, die Klage vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth gegen den vom Schulverband Baiersdorf in der Verbandsumlage mit sechs Prozent angesetzten Zinssatz für die Schulhausmiete zurückzuziehen.

An der Entscheidung, aus dem Schulverband Baiersdorf auszutreten und nach Möglichkeiten für einen Beitritt zur Forchheimer Mittelschule zu suchen, haben sie dagegen erneut festgehalten.

Günstiges Zinsklima

Grund für die Klage beim Verwaltungsgericht war die Schulverbandsumlage, die auch die Schulhausmiete nebst sechs Prozent kalkulatorischer Zinsen enthält.

Für das Haushaltsjahr 2014 hätte die Gemeinde Poxdorf der Stadt Baiersdorf rund 43 590 Euro zu zahlen, mithin 4053 Euro für jeden Poxdorfer Schüler, der die Baiersdorfer Mittelschule besucht. Der sechsprozentige Zinssatz erschien der Poxdorfer Verwaltung wie auch dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband angesichts der anhaltend günstigen Zinslage als zu hoch.

Schon eine Reduzierung auf fünf Prozent hätte beispielsweise zu einer Verringerung der Schulhausmiete um rund neun Prozent oder 29 000 Euro führen können. Doch beim Gerichtstermin Ende Januar 2015 in Bayreuth empfahlen die Richter den Bürgermeistern der beiden klageführenden Gemeinden Poxdorf und Effeltrich, ihre Klagen zurückzuziehen. Das Gericht sehe keinen Anlass einzugreifen. Die Klagen würden mit Sicherheit abgewiesen, sollten sie nicht vorher zurückgezogen werden. Wie ihre Effeltricher Kollegen Mitte Februar folgten die Poxdorfer Räte dieser Empfehlung und beschlossen einstimmig, die Klage zurückzunehmen.

Tägliche Fahrten

Bezüglich der Frage, auf welche weiterführende Schule die Poxdorfer Schüler in Zukunft gehen sollen, sahen die Räte dagegen keinen Anlass, ihre in der Vergangenheit bereits mehrfach getroffene Entscheidung zu korrigieren: Sie hielten einstimmig daran fest, dem Beitritt des Schulverbandes Baiersdorf zum Schulverbund Erlagen nicht zuzustimmen, um den Poxdorfer Schülern die täglichen Fahrten zu den Mittelschulen in Erlangen oder Spardorf zu ersparen, die bei abzusehender mangelnder Unterrichtskapazität in den Baiersdorfer M-Zügen notwendig werden würden.

Die Ablehnung hat zur Folge, dass der Schulverbund Erlangen nicht zustande kommt, was bedeuten könnte, dass die Schule in Baiersdorf ihren Status als Mittelschule verliert und wieder Hauptschule wird.

Aus diesem Grund hatten die Regierungen von Mittel- und Oberfranken im Juli 2013 verfügt, dass dem Antrag der Gemeinde Poxdorf, ihre Schüler die Ritter-von-Traitteur-Mittelschule in Forchheim besuchen zu lassen, nicht stattgegeben werden könne. Die bestehenden Schulsprengel sollten beibehalten werden. Der Gemeinderat strebt jedoch weiterhin einen Austritt aus dem Schulverband Baiersdorf und einen Schulverband mit Forchheim an. Die Umlage pro Schüler würde nur 1500 Euro kosten. Es gibt eine direkte Busverbindung nach Forchheim und auch bereits eine Schülerbeförderung, die sämtliche ehemaligen Poxdorfer Grundschüler an die Forchheimer Mittelschule oder an die dortigen weiterführenden Schulen bringt.

Die Ritter-von-Traitteur-Schule bietet ein dreizügiges Ganztagsangebot, sodass viele Fächer zur Wahl stehen. Die Nachteile eines Schulverbundes mit Erlangen waren in früheren Sitzungen diskutiert worden. Bürgermeister Paul Steins (CSU) ließ den Räten die für diese Angelegenheit relevanten Kopien der Gemeinderats-Protokolle zukommen.