Wie funktioniert ein erfolgreiches Stadtmarketing? Wie kann das City-Management bereichert werden? Defizite bei diesen Fragen empfand die Forchheimer Politik seit langem. Im März letzten Jahres lud daher der damalige Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) den Bamberger Stadtmarketing-Chef Klaus Stieringer nach Forchheim ein, um den Stadtrat über erfolgreiches Marketing aufzuklären. Auch Uwe Kirschstein (SPD), der neue Forchheimer Oberbürgermeister, hat sich jetzt Inspiration bei Klaus Stieringer geholt.

Wie Kirschstein dem FT bestätigte, arbeite er aktuell an einem Entwurf, das Citymanagement neu zu gestalten. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Viktor Naumann habe er sich schon mal Gedanken gemacht, wie die Umstrukturierung aussehen könnte: "Wir arbeiten an der Vorbereitung."

Klaus Stieringer verstehe er als Impulsgeber. Er habe das Gespräch mit ihm aber nicht gesucht, um das Bamberger Modell für Forchheim nachzuahmen, betont Uwe Kirschstein. "Klaus Stieringer passt für Bamberg. Ich bin noch auf der Suche nach dem Modell Forchheim."

Uwe Kirschstein erinnerte am Donnerstag daran, dass er ja schon im Wahlkampf auf den Handlungsbedarf beim Thema "Citymanagement" hingewiesen habe. "Ich glaube auch, dass im Stadtrat eine gewisse Akzeptanz für das Thema da ist."

Bislang leitet Wirtschaftsförderer Viktor Naumann das Referat 3, in dem auch das Citymanagement und das Stadtmarketing angesiedelt sind. Ob künftig Referate aufgeteilt werden oder nicht, das sei unerheblich, sagt OB Kirschstein. Fakt sei, dass derzeit zu viele Themen von einer Person geleistet werden müssten. "Ohne Frage macht Wirtschaftsförderer Naumann eine gute Arbeit", betont Uwe Kirschstein. "Aber eine einzelne Person hat eben nur begrenzt viele Stunden."

Bevor über "zusätzliche Ressourcen" im Citymanagement entschieden werde, möchte OB Kirschstein das Thema Marketing und Management in den politischen Gremien grundsätzlich diskutieren: "Welche Erwartungshaltung an die Position gibt es überhaupt. Darüber müssen wir uns einig sein."