Eine Neuerung gibt es bereits im Klinikum Forchheim, seit Sven Malte Oelkers Anfang der Woche sein Büro bezogen hat: Auf dem Schreibtisch - an dem der in den Ruhestand getretener Vorgänger Reinhard Hautmann über 40 Jahre lang, nach alter Schule, mit Tinte und Papier gearbeitet hatte - hat der neue Krankenhausdirektor jetzt einen PC installiert.
"Ein Mobilgerät", wie Oelkers betont.Denn mobil wird er noch die nächste Zeit sein, wenn er zwischen seinem bisherigen Wohnort und seinem neuen Arbeitsplatz pendelt. Aber die 40 - minütige Fahrzeit ist für ihn kein Problem und das Ende der Nomadenzeit ist absehbar. Im Herbst sei der Umzug mit seiner Frau und den drei Kindern nach Forchheim geplant, erzählt der 39-Jährige.


Kennen lernen steht am Anfang

Die Mitarbeiter des Klinikums haben ihren neuen Chef bereits willkommen geheißen: "Es war ein ganz herzlicher Empfang heute morgen - da fühlt man sich gleich angenommen", freut sich Oelkers an seinem ersten Arbeitstag. Nachmittags kommt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) mit einem prächtigen Blumenstrauß in den Forchheimer Stadtfarben vorbei: rote Rosen und gelbe Sonnenblumen.
In den kommenden Tagen sei sein Terminkalender mit Rundgängen durchs Haus gefüllt, verrät der neue Krankenhaus-Chef. "Die nächste Zeit ist durch's Kennen lernen geprägt". Erste Gespräche mit den Chefärzten hätten bereits stattgefunden.


Motiviertes Team vorgefunden

Der neue Krankenhausdirektor kann seinen Mitarbeitern bereits ein großes Kompliment machen: "Ich habe ein motiviertes Team vorgefunden, mit oft langjähriger Berufserfahrung", betont Oelkers. "Das sind Leute, von denen das Haus getragen wird".
Das Klinikum Forchheim sei ein gut geführtes Haus und er sehe keinen Notwendigkeiten für "aktuelle Maßnahmen", versichert Oelkers. Nach dem Kennen lernen will der neue Mann an der Spitze des Klinikums mit seinen Mitarbeitern Wünsche und Vorstelllungen besprechen.
Die Belange von Medizin und Betriebswirtschaft seien für ihn ein spannendes Thema, erklärt der studierte Diplom-Kaufmann. Er räumt ein, dass die Vorstellungen über das Wünschenwerte und Machbare konträr sein könnten - man müsse sehen was möglich sei und was man eventuell verschieben müsse. Aber es sei keinesfalls so, dass zwischen der kaufmännischen Geschäftsführung des Hauses und der medizinischen Leitung Konflikte vorprogrammiert seien, betont Oelkers. Er setzt auf Teamarbeit. Ein Miteinander sei wichtig, ein Gegeneinander wäre kontraproduktiv.
In Forchheim wird es dem neuen Klinikdirektor jedenfalls nicht langweilig werden - er rechnet mit einer 60- bis 80 Stunden-Woche.
Oberbürgermeister Uwe Kirschstein hofft, dass Sven Malte Oelkers "möglichst lange bei uns bleibt". Wie das Stadtoberhaupt auf Nachfrage bestätigt, sei der Arbeitsvertrag des neuen Krankenhausdirektors unbefristet. Ob er seinen Vorgänger wohl toppt?