Ein Blick hinter die Tore des ehemaligen Waldschwimmbades Muggendorf zeigt: Hier wird nicht mehr geschwommen. Das allein ist keine Überraschung, schließlich war das Schwimmbad schon im vergangenen Jahr geschlossen geblieben. Doch wie es dort nun aussieht, zeigt auch: Hier wird auch in Zukunft nicht mehr geplantscht werden.

"Seit 31. März ist unser Pachtvertrag ausgelaufen", erklärt Peter Dorscht, Vorsitzender des Fördervereins für das Waldschwimmbad in Muggendorf. Damit sei das älteste Schwimmbad der Fränkischen Schweiz Geschichte, bedauert Dorscht.


Wer kann sich zwei Bäder leisten?

Jahrelang wurde in der Marktgemeinde Wiesenttal über die Schwimmbad-Lage diskutiert. Zwei Schwimmbäder in einer Gemeinde seien nicht finanzierbar. "Ich war immer dafür, dass das Streitberger geschlossen wird", erklärt Dorscht. Grund dafür sei, dass das Waldschwimmbad jährlich 10 000 Euro Verlust gemacht habe ("Für ein Schwimmbad ist das ein Witz!"), das Streitberger Bad jedoch einen Fehlbetrag von durchschnittlich 30 000 Euro mit sich brachte.

"Damals hat der Marktgemeinderat sich aber dafür entschieden, dass das Streitberger Bad erhalten bleibt", erinnert sich Dorscht. Auch Wiesenttals Bürgermeister Helmut Taut (FW) sagt, dass zwei Bäder nicht finanzierbar seien: "Viele Gemeinden wären froh, wenn sie wenigstens eins hätten." 2011 entschied die Gemeinde sich, das Muggendorfer Waldschwimmbad nicht mehr zu unterhalten. Ein Jahr lang betrieb "Aktiv-Reisen" das Schwimmbad. Doch da es sich nicht rechnete, zog sich das Unternehmen zurück. "Wir haben noch zwei Jahre den Betrieb aufrecht erhalten, aber irgendwann ging es nicht mehr", erklärt Dorscht. Dabei seien dem Förderverein vor allem die staatlichen Auflagen zum Verhängnis geworden.

"Das Landratsamt hat großartig mit uns zusammengearbeitet", betont er, "aber sie mussten ihre Auflagen auch erfüllen. Wir haben uns immer irgendwie durchgemogelt." Damit ist nun aber Schluss und Dorscht bedauert das Ende des Bads: "Es ist so schade. 2009 haben wir noch das 100-jährige Bestehen gefeiert."


Verkauf im vergangenen Jahr

Das Gelände des Muggendorfer Waldschwimmbads wurde 2015 verkauft, bestätigt Bürgermeister Taut. Im Januar 2015 war auf einer Bürgerversammlung bereits über die Nachfolge für das Waldschwimmbad gesprochen worden. "Da war ich ja bereits nicht mehr im Gemeinderat", erklärt Dorscht, "für den Haushalt war es sicher sinnvoll, dass das Grundstück verkauft wird."
Wiesenttals Bürgermeister ist mit dem Verkauf nun zufrieden. "Das Areal ist an einen seriösen Käufer gegangen", erzählt er, "es wird zum Baugebiet werden." Es handelt sich dabei um eine Person, gibt der Bürgermeister zu.


Gerüchte im Wiesenttal

Gerüchten zufolge soll es sich um einen Arzt aus der Fränkischen Schweiz handeln, der Bürgermeister möchte zum Käufer jedoch nichts sagen.

Helmut Taut hatte bereits bei der Bürgerversammlung Anfang 2015 davon gesprochen, dass ein Flussbad in der Nähe des Sportplatzes denkbar sei. Nun wird im Wiesenttal viel geredet. Es gehen Gerüchte um, dass ein Flussbad oder eine Flusslandschaft entstehen sollen.

"Das Wort Flussbad möchte ich nicht in den Mund nehmen", erklärt Bürgermeister Taut, "wenn man die Wiesent im Ort hat, findet sich aber sicher ein Platz zum Baden."

Es werde niemandem verboten in die Wiesent zu gehen. "Es muss keiner trocken bleiben", sagt Taut.

Das größte Problem im Muggendorfer Schwimmbad war laut Dorscht, dass nur wenige zum Schwimmen gekommen waren, "einige kamen abends, um am Kiosk ihr Feierabendbier zu trinken, wirklich voll war es aber nur, wenn wir 36 Grad im Schatten hatten". Trotzdem wird das Ende des ältesten Freibads der Fränkischen Schweiz nicht nur den Vorsitzenden des Fördervereins schmerzen.

Der Förderverein wird sich in den nächsten Wochen treffen, um sich aufzulösen. "Die Versicherung endet am 31. Mai", erklärt Dorscht, "dann wissen wir, wie viel Geld noch auf unserem Konto ist." Was mit dem Geld passiert, sollen dann die Mitglieder des Fördervereins bestimmen. "Das entscheidet die Mehrheit", so Dorscht.