Fast 4800 Feuerwehrleute gibt's im Landkreis Forchheim. Sie helfen, wenn es brennt oder bergen bei schweren Unfällen die Verletzten. Dabei ist vor allem auch schnelle Hilfe gefragt, denn Zeit kann helfen, Leben zu retten. Doch welches Risiko dürfen Helfer auf den Fahrten zu den Einsätzen eingehen?

Diese Frage beschäftigt zurzeit vor allem wohl jüngere Feuerwehrfrauen und -männer. Auf der Internet-Seite "Youth and fire" (Jugend und Feuer) gibt es einen Beitrag rund um das Thema grünes Blinklicht und dessen vermeintliche Vorteile. Und auch die Feuerwehr Gößweinstein nimmt sich dieser Diskussion auf ihrer Facebook-Seite an.

In den USA klappt's schon
Um was geht es genau? Das grüne Blinklicht können Feuerwehrleute bei ihrer Fahrt zum Feuerwehrhaus etwa aufs Autodach anbringen und damit anderen Verkehrsteilnehmern signalisieren, Platz zu machen. Im Netz heißt es dazu: "In den USA ist es bereits schon so, dass man zur Seite fahren soll, sobald man ein grünes Blinklicht im Rückspiegel erkennt. Zwar kann man in Deutschland niemanden dazu zwingen, was auch keiner will, aber man kann die anderen Verkehrsteilnehmer damit bitten Platz zu machen. Das grüne Blinklicht wird vielen vielleicht ein Dorn im Auge sein, ist aber nicht einmal so schlecht. Im Gegensatz zum Dachaufsetzer 'Feuerwehr im Einsatz' ist es besser zu erkennen und auch bei Nacht deutlich sichtbar."

Aktuell läuft sogar dazu eine Petition im Internet. Über 20000 Menschen haben diese unterschrieben und unterstützen die Idee eines grünen Blinklichts. Bei der Feuerwehr Gößweinstein gibt es ebenfalls einige Mitglieder, welche die Idee gut finden. Auch wenn einer in seinem Kommentar auf Facebook einschränkt: "Find ich gut. Wird aber nicht passieren, dass das kommt. Und wenn doch, dann checken es die Leute nicht."

Kreisbrandmeister ist skeptisch
Was sagen erfahrene Feuerwehrler wie Michael Lorke zu den grünen Blinklichtern? Der Kommandant der Feuerwehr Gößweinstein und Kreisbrandmeister erklärt: "Ich denke, dass vor allem unsere jungen Mitglieder dieses Thema auf Facebook gebracht haben. Ich bin aber skeptisch, was diesen Vorschlag betrifft." Er verweist auf die Situation in Gößweinstein: "Hier ist alles eng und dicht bebaut. Von dem her bringt auch ein Blinklicht für die Feuerwehrleute wenig Zeitersparnis auf der Fahrt zum Feuerwehrhaus."

Und der erfahrene Brandbekämpfer fügt nachdenklich an: "Keiner von uns darf vergessen, dass er sich auch während der Einsatzfahrten an das Straßenverkehrsrecht halten muss! Schnellere Fahrten wegen eines grünen Blinklichts bringen vielleicht 30 Sekunden, aber dafür steigt das Risiko enorm an, einen Unfall zu bauen." Lorke bringt seine Einschätzung auf den Punkt: "Ich lehne eine solche Möglichkeit ab und eine Diskussion darüber ist eher unnötig." Dennoch will er in seiner Wehr dieses Thema bald besprechen.

Noch lange kein Blaulicht
Florian Burkhardt ist auch gegen das grüne Blinklicht. Der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Forchheim sagt: "Grundsätzlich haben Angehörige der Feuerwehr auf dem Weg zum Gerätehaus, auch mit ihrem Privatfahrzeug, schon Sonderrechte. Diese werden in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Nicht zu verwechseln sind die Sonderrechte aber mit den Wegerechten, die nur durch blaues Blinklicht und Martinshorn angezeigt werden und bedeuten, dass andere Verkehrsteilnehmer Platz machen müssen." Grüne Blinklichter blieben daher immer nur Sonderrechte und würden eigentlich gar nichts bringen, folgert Burkhardt.

Die Petition im Internet zu diesem Thema kann er daher nicht ernst nehmen. Seine Vermutung: "Wenn man sich die Kommentare dazu durchliest, stellt man fest, dass es sich um jugendliche Heißdüsen handelt, die nach einem Blaulicht-Ersatz suchen. Doch eine Verwendung von grünem Blinklicht verleitet zur falschen Sicherheit." Viel wichtiger sei, dass alle Kräfte heil und sicher ans Feuerwehrhaus kommen, um dann helfen zu können. Es bringe nichts, wenn ein grünes Blinklicht zur riskanter Fahrweise verleite und andere so gefährde. Der Pressesprecher appelliert: "Ankommen statt umkommen!"

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