Wegen Urkundenfälschung und Betrug musste sich eine Mutter aus Kleinsendelbach vor dem Amtsgericht Forchheim verantworten. Obwohl zwischen ihr und ihrer Tochter seit längerem Funkstille herrscht, mischte sie sich in die Angelegenheiten der Tochter ein. Und ging damit eindeutig zu weit.

Der Vorwurf: Zwischen Dezember und Januar löste die Kleinsendelbacherin das Konto ihrer Tochter auf. Das Geld auf dem Konto - fast 2 000 Euro - wird auf das Konto der Mutter überwiesen. Dafür fälscht die Frau die Unterschrift ihrer Tochter. Der Vorfall fliegt auf, weil das Opfer im Internet eine Überweisung tätigen will und keinen Zugriff auf die eigenen Daten erhält. Sie fragt bei ihrer Bank nach.

In der Kleinsendelbacher Filiale erfährt sie, dass ein Kontoumzug beantragt wurde. Das Schreiben trägt ihre Unterschrift. "Die Dame in der Sparkasse war ganz schön erstaunt, als sie mich gesehen hat.
Meine Mutter hatte behauptet, ich sei im Krankenhaus", sagte die 27-Jährige vor Gericht aus.


Bank gibt Daten weiter

Vor allem die Mitarbeiterin der Sparkasse kommt bei dem Vorfall schlecht weg. Vor Gericht musste sie erklären, warum vertrauliche Informationen an Familienmitglieder weitergetragen wurden. "Die Tochter hatte ein Minus auf dem Konto. Sie war telefonisch nicht erreichbar. Ich habe sie auch angeschrieben. Ich habe es mit dem Chef besprochen und versucht, die Tochter über die Eltern zu erreichen."

Was dann folgt, ist kaum zu glauben. Die Mutter wird über das Minus der Tochter unterrichtet - gleicht den Betrag aus. Daraufhin bietet die Mitarbeiterin an, das Konto der Tochter aufzulösen, da keine Umsätze festzustellen seien. Außerdem wohne sie mittlerweile in Nürnberg und habe da wahrscheinlich ein anderes Konto eröffnet.

Ein mit den Daten der Tochter ausgefülltes Schreiben wird der Mutter ausgehändigt. Denn: Die Tochter befindet sich angeblich im Krankenhaus und ist nicht in der Lage, persönlich Kontakt mit der Sparkasse aufzunehmen. "Die Mutter wollte das Konto selbst auflösen, aber ich habe ihr gesagt, dass das nicht geht. Dann habe ich ein Formular für die Tochter mitgegeben", rechtfertigte sich die Bankmitarbeiterin.

Weitere Fehler werden gemacht, denn die Unterschrift wird zwar abgeglichen, ein Ausweis aber nicht verlangt. "Wegen der Sachlage haben wir auf den Ausweis verzichtet. Wir dachten der Krankenhausaufenthalt wird länger dauern und sie kann sich nicht melden. Ich habe mit so etwas nicht gerechnet, wir sind auf dem Dorf, da kennt jeder jeden", so die Zeugin.


Angeklagte nicht einsichtig

Die Angeklagte gestand vor Gericht zwar die Unterschrift gefälscht zu haben, sah ihre Schuld aber nicht ein. "Ich dachte sie hat nichts auf dem Konto. Die Kontoauflösung ging von der Sparkasse aus und nicht von mir. Ich habe es nur gut gemeint."

Was die Mutter angeblich nicht wusste: Kurz vor der Kontoauflösung, wurden der Tochter fast 2 000 überwiesen - eine Einnahme, von der auch die Bank nichts wusste. Bereits vor der Urteilsverkündung einigten sich Staatsanwalt Stefan Meyer und Verteidiger Marcus Baritsch darauf, die Anklage wegen Betrugs fallen zu lassen. "Ich glaube, Sie hatten nicht die Absicht sich einen Vermögensvorteil zu schaffen", sagte der Staatsanwalt.


Tat ist keine Bagatelle

Was die Urkundenfälschung anging, urteilte er strenger und forderte eine Geldstrafe von 900 Euro, sowie die Bezahlung der Kosten des Verfahrens. "Das ist kein Bagatelldelikt. Sie haben mit ihrem Verhalten nicht nur sich in Schwierigkeit gebracht, sondern auch die Mitarbeiterin der Bank. Sie sind nicht allwissend und nicht zu allem berechtigt." Das sah auch Richterin Silke Schneider ähnlich und belegte die Angeklagte mit einer Geldbuße von 750 Euro. Zudem muss sie die Kosten des Verfahrens tragen. "Die Sparkasse hat sich sicher nicht mit Ruhm bekleckert, aber Urkundenfälschung ist keine Bagatelle. Wenn wir uns wiedersehen, dann kommen sie in Teufels Küche."