Das Wetter meinte es offensichtlich besonders gut mit den Obertrubachern, die ihre ewige Anbetung mit einer außerordentlich gut besuchten Lichterprozession durch den Ort abschlossen. Gerade rechtzeitig gab es einige Zentimeter Schnee und die dazu nötigen Temperaturen. Beides trug dazu bei, den Lichterglanz der vielen Tausend Wachslichter, die das eigentliche religiöse Ereignis der Prozession am Abend auf den Hängen umrahmten, zu verstärken. Die Ehrengäste zogen, begleitet von den Vereinsfahnen der Gemeinde, zur letzten Betstunde vom Rathaus in die Kirche St. Laurentius.

Es war dabei wie eine Begegnung mit alten Freunden. So begrüßte Pfarrer Werner Wolf den Regionaldekan und Domkapitular Josef Zerntl und Monsignore Andreas Straub, die als alte Bekannte beide aus Bayreuth gekommen waren. Wolf freute sich, unter den vielen Gästen im vollen Gotteshaus die unvergessenen und beliebten Schwester Alexia und Schwester Engelharda zu sehen, die viele Jahre im Ort gewirkt haben und zwischenzeitlich ins Mutterhaus nach Vierzehnheiligen zurückberufen wurden.

Drei Alumni

Eine Besonderheit waren drei Alumni, die im September im Dom zu Bamberg zu Diakonen geweiht werden sollen, unter ihnen Christian Wohlfahrt aus Obertrubach. Neben örtlichen Ehrengästen freuten sich Pfarrer Werner Wolf und Bürgermeister Markus Grüner (CSU) besonders über die Anwesenheit von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Landrat Hermann Ulm (CSU). Pfarrer Wolf betonte in der letzten Betstunde sein großes Anliegen einer gemeinsamen Christenheit. Alle Bürgermeister der Umgebung waren gekommen, ob katholisch oder evangelisch, ein Sinnbild seines Strebens.

Auf dem Schnee verteilt

Draußen auf den umliegenden Hängen hatten zahllose freiwillige Helfer die Tausenden Wachslichter auf dem Schnee verteilt. Über das Jahr waren Kerzenreste gesammelt und zwischen den Feiertagen zu Lichtern eingeschmolzen worden. Während der letzten Betstunde wurden auch die letzten Lichter noch entzündet und die Dunkelheit senkte sich leise über das Tal. Ein Moment, in dem viele an der Auffahrt zur B 2 standen mit einem herrlichen Blick über den Ort und seine Umgebung, wo der Straßenverkehr für eine Weile aus dem Ort ausgesperrt war und sich Ruhe bei Kerzenschein über den Ort legte. Der beleuchtete Kirchturm und erleuchtete christliche Symbole grüßten, als dann im Dorfzentrum riesige Menschenmengen sich langsam zur Lichterprozession formierten. Pfarrer Werner Wolf trug, begleitet von Gläubigen mit zahlreichen Lichtern, das Allerheiligste durch den Ort. Gäste vor allem aus den Regionen um Bayreuth und Nürnberg/Fürth blickten gebannt hinab, so wie Richard aus Nürnberg. "Ich war das letzte Jahr schon hier und habe jetzt noch Freunde mitgebracht. Für mich ist es einfach wichtig, Tradition zu leben und zu erleben", sagte er. "Wir sind beeindruckt von der Liebe zum Detail und von der gesamten Atmosphäre", meinte eine von vier Besucherinnen aus Schnabelwaid auf dem Weg hinab ins Dorf. Ähnlich sahen es Gäste aus Forchheim.

Aus Koblenz angereist

Andere Gäste kamen aus Hummeltal (Kreis Bayreuth). Sie hatten Freunde aus Koblenz mitgebracht, die speziell angereist sind. "Solche vollen Kirchen und eine so große Beteiligung, das finden wir bei uns nicht mehr", waren sie beeindruckt. Die Kennzeichen auf den vielen geparkten Autos zeigten, dass der Kreis der Besucher weit über den regionalen Bereich hinausging. Zustimmung war immer wieder zum Ablauf der Lichterprozession zu hören, wie sie Pfarrer Werner Wolf anstrebt, nämlich den religiösen Kern des Tages und die Tradition zu wahren und den Kommerz zu meiden, wie er andernorts in der Fränkischen Schweiz schon Einzug halte.

Würdiger Rahmen

Nach Abschluss der Prozession und Fahnenparade der Vereine lud die Gemeinde Obertrubach die Helfer und Ehrengäste zum gemütlichen Beisammensein und Gedankenaustausch. Bürgermeister Markus Grüner dankte Pfarrer Werner Wolf für den würdigen religiösen Rahmen. Er vergaß auch die vielen fleißigen Helfer nicht, ohne die so ein großes, friedliches Fest nicht möglich wäre. Die freiwilligen Feuerwehren lenkten mit Umsicht die Auto- und Publikumsströme. Nach ihrer Schätzung hat sich die Zahl der Besucher nochmals erhöht. Umso schöner, dass es keinerlei Zwischenfälle gab.