Ab heute wird gespielt. Jetzt können die Freunde der Trend-Sportart Lasertag auch in Forchheim ihrem Hobby frönen. In der Daimlerstraße 30 hat der gelernte Maschinenbau-Ingenieur Uwe Mades mit seiner Frau Angelika einen 500 Quadratmeter großen Parcours mit Neonfarben bemalten Verstecken errichtet, ausgestattet mit Schwarzlicht und Nebelmaschinen: "Laser Destination". Der Spielspaß ist garantiert.

Auch wenn auf die Gegner mit einem (gesundheitlich unbedenklichen) Infrarot-Laserstrahl geschossen wird, hat Lasertag nichts mit einem Kriegsspiel zu tun. Dies bestätigt auch das Ordnungsamt, das Jugendlichen ab 14 das Spielen erlaubt, sofern eine Aufsichtsperson dabei ist, die über 21 ist. Die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren brauchen eine Einverständniserklärung der Eltern.

"Wir lehnen alle militärischen Spiele und jede Form von Gewaltverherrlichung ab", erklärt Uwe Mades. Jeder, der im Militärlook erscheine, oder vermummt spielen wolle, werde abgewiesen. Der gebürtige Erlanger und seine aus Brandenburg stammende Gattin sind überzeugt, dass ihr zweites berufliches Standbein, in das sie eine "untere sechsstellige Summe" investiert haben, einschlagen wird. Um termingerecht eröffnen zu können, hat Uwe Mades wirklich alles getan. Am Mittwoch düste er 600 Kilometer nach Holland, um einen neuen Computer zu holen. Das ursprünglich angeschaffte Gerät hatte wegen einer Überlastung des Stromnetzes den Geist aufgegeben.

Das Spiel
Lasertag wurde in den 70er Jahren vom US-Militär erfunden. In den 80ern etablierte es sich als Freizeitsport. Es wird nicht wie beim Paintball mit Farbkugeln geschossen, sondern mit Infrarotlicht. Personen treten in einem Parcours an. Mit so genannten "Markierern" zielt man auf die Gegner. Die Spieler tragen Westen mit Sensoren. Die Weste erkennt den Infrarotstrahl als Treffer. Bekannt wurde der Sport auch durch die US-Serie "How I met your mother".

In der Region
Lasertag gibt es zum Beispiel in Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg. Auch in Höchstadt wird darüber nachgedacht, die Discothek in einen Lasertag-Park zu verwandeln.


Meinung von Redakteur Michael Memmel: "Auspowern mit Gaudi"

Losrennen. Deckung suchen. Durch eine schmale Öffnung spitzen. An die eigenen leuchtend-blauen Schultern denken. Abtauchen. Die Laser-Pistole auf den roten Feind anlegen. Zielen. Schießen. Nachjustieren. Auf den Treffer warten - gleichzeitig die Angst, erkannt und getroffen zu werden. Schweißausbruch. Atmen nicht vergessen.
Ja, Lasertag ist eine Mordsgaudi. Und ja, es ist völlig sinnlos. Aber lässt sich das über Fußball und Schafkopfen nicht auch sagen? Wer braucht schon Sport? Ganz einfach: die Sportler. Den Alltag hinter sich zu lassen und sich körperlich zu verausgaben - das befreit und öffnet den Kopf. Dieses Abreagieren ist gerade für eine Generation wichtig, die ansonsten Smartphone-Spiele mit Sport gleichsetzt. Einfach mal probieren, denn günstig ist es auch: Nirgends werden sie in 20 Minuten für 7,50 Euro so viel schwitzen - und trotzdem Spaß haben.


Meinung von Redakteur Josef Hofbauer: "Braucht kein Mensch"

Zugegeben, Lasertag macht Spaß. Es ist wie Räuber und Gendarm, wie fangen spielen. Aber nicht in freier Natur, sondern in einer abgedunkelten Halle. Und die Spiele-Erfinder haben in punkto Technik mächtig aufgerüstet. Die gegnerischen Parteien sind "gepanzert", tragen Kunststoff-Westen mit Infrarot-Empfängern und zielen mit einem Phaser, einer fiktiven Waffe aus der Science Fiction Serie "Star Trek" auf den Gegner. Ein Computersystem schreibt für Treffer Punkte gut, zieht aber auch wieder Punkte ab, wenn jemand getroffen wurde. 20 Minuten durch die Halle laufen, sich hinter Hindernissen verstecken und versuchen, den Gegner zu attackieren kostet satte 7,50 Euro. Macht 22.50 Euro pro Stunde. Ein Spaß, der dank Nebelmaschinen, Schwarzlicht und Computer-Animation (auf Englisch) ein Bedürfnis schafft, ohne das wir bisher ganz gut ausgekommen sind. Mit anderen Worten: nett, aber überflüssig.