Der Klimawandel ist eine Tatsache. Die Auswirkungen auf die Flora und Fauna sind fassbar und auch bedrohlich. Beim diesjährigen Treffen auf der Heunhütte im Wald oberhalb von Wimmelbach wurde diese Themen ausführlich diskutiert. "Regionale Naturschutzkonzepte" lautete das Motto. Den Teilnehmern war von der einladenden Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) die Aufgabe gestellt worden, die sich ihrer Ansicht nach bereits zeigenden Folgen des Klimawandels zu erörtern.

Was kann und muss man tun, um langfristige Schäden abzufangen? Wie kann man vor Ort agieren, um den Klimawandel abzuschwächen? Diese und weitere Fragen standen im Raum. Am runden Tisch saßen Vertreter von Interessengruppen und Ämtern, forstliche Angestellten und Verbandsfunktionäre der Fischereiwirtschaft, des Bauernverbandes und ces Bund Naturschutz.
Die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Forchheim unter der Leitung von Arnold Schneider eröffneten die Diskussionsrunde musikalisch. Auf Wunsch von Moderator Hans-Jürgen Dittmann, Kreisvorsitzender des Jagdverbandes, begann Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz von den Bayerischen Staatsforsten mit einem Impulsreferat.

Schützenswerte Bereiche


Er berichtete, dass es für den Forstbetrieb Forchheim mit seiner Waldfläche von rund 17 000 Hektar jetzt ein "Regionales Naturschutzkonzept" gebe, in dem die Bayerischen Staatsforste Ziele für den Naturschutz im Wald festgelegt haben.
Im regionalen Naturschutzkonzept werden diese Vorgaben auf Forstbetriebsebene in konkrete Handlungsanweisungen umgesetzt und regionale Besonderheiten des Naturschutzes herausgearbeitet. Zunächst wurden für den Forstbetrieb Forchheim die besonders schützenswerten Bereiche und Arten sowie die speziellen regionalen Ziele des Naturschutzes definiert.

Die Naturschutzziele werden sukzessive über die folgenden forstbetrieblichen Maßnahmen realisiert: ökologischer Waldbau, integrierter Naturschutz auf ganzer Fläche sowie spezielle Artenschutzmaßnahmen. Das Ziel ist ein zukunftsfähiger Wald.

Unerlässlicher Abschuss

"Das Miteinander mit der Jägerschaft ist dafür unerlässlich", betonte Keilholz. Bei der Naturverjüngung beispielsweise sei eine Regulation der Rehwildpopulation notwendig. Denn junge Eichen- und Tannentriebe seien besonders vom Verbiss gefährdet.

Um das Risiko zu streuen, werden mindestens vier verschiedene Baumarten im Bestand benötigt. Die Erfolge sind sichtbar. Lob von den Naturschützern bekam der eingeschlagene Weg der Totholzanreicherung insbesondere in älteren Laubholzbeständen. Eine intensivere Diskussion kam nach den Ausführungen des Bezirkspräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Hermann Greif, auf.

Greif weist Kritik zurück

Greif berichtete über die aktuelle Situation der Landwirte, den Kulturlandschaftsprogrammen und die positive Entwicklung in den Fluren. Er machte in der Landwirtschaft eine Entwicklung aus, die der Natur wesentlich mehr Raum gibt. "Die Blühflächen werden immer mehr", nannte er als Beispiel.

Die Jäger übten ihrerseits Kritik an Landwirten, die vor dem Mähen die zuständigen Jäger nicht verständigten. Dadurch kämen unzählige Rehe Maschinen qualvoll zu Tode, weil sie von Mähmaschinen überfahren werden würden. Greif dagegen ärgerte sich über Jäger, die sich pauschal über Landwirte beschwerten und dabei alle über einen Kamm scherten.
Er, Greif - wie auch viele seiner Berufskollegen - sei mit den zuständigen Jagdpächtern in einem ständigem Austausch.