Der Kürbis ist zum Synonym für Halloween geworden. Dabei stand der Kürbis im Herbst schon immer auf dem Speiseplan der Großeltern und Urgroßeltern. "Es war früher nach dem Krieg das Arme-Leute-Essen. In Würfel geschnitten wurde der Kürbis eingeweckt", weiß Maria Müller und deutet auf einen großen, gelbfarbigen Kürbis. "Gelber Zentner" wird das wuchtige Exemplar genannt. "Er ist der Ursprungskürbis", erklärt Maria Müller, die Lebenspartnerin von Hans Heilmann, der mit Andreas Heilmann Inhaber des gleichnamigen Hofladens und der Brennerei in Gosberg ist. Dann kamen die Sorten aus Amerika, erzählt Müller weiter.

Das Saatgut haben sich auch Heilmanns gekauft und bauen heute zwischen 30 und 50 verschiedene Kürbissorten auf einem Hektar Fläche an. "Jedes Jahr kommen zwei, drei neue Sorten hinzu", sagt Hans Heilmann. Die Familie war in dem Ort die erste, die den Kürbisanbau Anfang der 90er wieder aufgenommen hat und auch aus den Kürbissen Figuren erstellte.

Landkreis Forchheim: Der Kürbis ist gefragt

Ob eine Frau mit Trachtentuch und Schürze oder ein Mann - die Kürbisfiguren von der Seniorchefin Maria Heilmann, die in Regensburg bereits zwei Mal zur Kürbiskönigin gekürt wurde, waren jedenfalls ein Hingucker. Immer mehr Leute wollten nicht nur die Figuren, sondern auch ihre Kürbisse kaufen. Zwar gehörte der Kürbis, vor allem der Zierkürbis, schon immer zur Herbstdekoration im Garten, aber vor allem ist der Kürbis als Essensgericht wieder modern geworden.

"Es ist ein Trend zu erkennen, dass sich die Menschen wieder gesund ernähren und weniger Fleisch essen. Auch in den Medien wird mehr über Kürbisse gesprochen", sagt Peter Gutmann aus Inchenhofen. Dort baut der Familienbetrieb Lohner seit über 25 Jahren mit 60 Festangestellten auf 80 Hektar Fläche Kürbisse an und vertreibt diese an vielen Standorten innerhalb Bayerns. Auch auf der Wiese unterhalb des Supermarktareals in Gräfenberg sind die beliebtesten Kürbissorten in Massen zum Verkauf angeboten.

Alleine die Sortenvielfalt bei Heilmanns und die Menge an Kürbissen bei Lohner spiegeln den Trend hin zu dem gesunden Gemüse wider. "Die Kürbisernte beginnt Mitte August", erklärt Gutmann. Dann folgen die Zierkürbisse und natürlich immer auch der Halloweenkürbis. Alleine von ihm gibt es mehrere hundert Sorten. Zum Kochen und Essen sind sowohl Gutmann als auch Heilmanns aber von anderen Kürbissen überzeugt. Der Butternut schmeckt wohl allen recht gut.

Jährlich zwei bis drei neue Sorten

"Butternut, Hokkaido und Muskat sind als Suppe sehr gut", sagt Maria Müller. Nur der Muskat ist bereits ausverkauft. Aber sie hat noch andere Sorten zur Auswahl und erklärt etwas zu den Sorten. Der gelbe, wie eine große Zitrone geformte Kürbis heißt Spaghettikürbis und das aus gutem Grund. Manche halbieren den Kürbis, bestreichen die Fläche mit Öl und lassen ihn 15 Minute in der Röhre schmoren. "Wenn man dann mit der Gabel einsticht, rollt er sich wie Spaghetti", erzählt Maria Müller. Ein Haschee dazu schmecke wunderbar.

Der Patisson, der einfach Ufo genannt wird, lässt sich gut in Scheiben schneiden und ohne Schale wie ein Schnitzel paniert braten und servieren. "Er schmeckt wie Kalbfleisch", nennt Müller eine gute Alternative für Veganer und eine gesunde für alle Feinschmecker. Eine andere Variante der Zubereitung ist, den Kürbis auszuhöhlen und mit einer Hackfleisch-Reis-Mischung zu füllen. Das ganze in den Backofen und servieren.

Auch die Bischofsmütze, ein Kürbis der einem Turban ähnelt, ist in allen möglichen Variationen essbar. "Er braucht aber lange in der Backröhre", sagt Müller und hat in der Kürbisvielfalt am Hof noch eine grün-gelb gestreifte Besonderheit entdeckt. "Das ist er Ölkürbis", erklärt sie. Die grünen Kerne kann man essen, den Kürbis selbst nicht.

Kürbis ist rundum gesund

In der Steirischen wird er deshalb auf dem Acker gleich zerhackt. Denn nicht der Kürbis, sondern die Kerne sind das Wertvolle an dem Gemüse. "Daraus wird das Kürbiskernöl kalt gepresst", weiß Müller. In der Nähe stehen große runde Kürbisse, die wegen ihrer Auswüchse auffallen. Diese sehen aus wie mit Erdnüssen in Schale bespickt, weshalb der Kürbis auch Erdnusskürbis heißt und nicht überall erhältlich ist.

Egal, ob man einen Kürbis isst oder einfach zur Deko verwendet: Er ist das Gemüse für alle Zwecke und als Essen zubereitet zudem rundherum gesund.

Rezept für eine Patissoncremesuppe

Zutaten 1 Patisson (Durchmesser 20 Zentimeter), 1 Knoblauchzehe, 50 ml Creme fine o.ä., 1 Teelöffel Gemüsebrühe, Öl zum Anbraten, 2 Scheiben Vollkorn-Weißbrot, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Pinienkerne

Zubereitung Patisson in dicke Scheiben schneiden und noch einmal in der Mitte teilen. Knoblauchzehe klein hacken und in Öl anschwitzen. Patisson mit etwas Wasser und der Gemüsebrühe zugeben. Zehn Minuten bis 15 Minuten dünsten. Anschließend mit Brot und Creme fine in den Mixer geben und cremig pürieren.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und mit Pinienkernen bestreut servieren.