Nachdenklich und besorgt streichelt Regina Sorgler ihren schwarzen Kater Nero. Der schnurrende Stubentiger trägt eine große Halskrause aus Plastik, wirkt nervös. Kein Wunder, denn hinten links am Schenkel hat das Tier eine frische Wunde.

Aber nicht von einem Kampf mit einem anderen Tier. Nein, hier war wohl ein Tierhasser in der Gemeinde Effeltrich am Werk. Regina Sorgler sagt mit ernster Miene: "Die Verletzung stammt von einem Schuss mit einem Luftgewehr. Ich kenne das schon - und zwar von früher."

Hintergrund: Schon vor einem Jahr wurde auf Nero geschossen, ein Projektil traf ihn am Kopf, verletzte ihn schwer am Auge. "Damals ging ich noch nicht zur Polizei, erstattete keine Anzeige", berichtet Regina Sorgler. Ein Fehler?


Auf wehrlose Tiere


Fakt ist: Nun hat sie genug, will, dass der Katzenhasser endlich gefasst wird. "Ich bin mir fast sicher, dass es kein Jäger ist, denn sie dürften ja wildernde Katzen schießen und würden auch nie ein Luftgewehr dafür benutzen. Vielleicht fühlt sich der Schütze einfach nur stark, wenn er auf wehrlose Tiere schießt", vermutet das Frauchen von Nero.

Als Regina Sorgler bei der Polizeiinspektion Forchheim den Fall meldet, erklärt ihr ein Beamter: "Erst gestern hat uns ein anderer Katzenbesitzer solch einen ähnlichen Vorfall gemeldet." Eine Tierärztin hatte nämlich bei einer Routineuntersuchung bemerkt, dass vier Projektile aus einem Luftgewehr im Körper eines Katers stecken - wie bei Nero geschahen die Taten wohl auch in Effel trich. Zudem beklagen die Tierbesitzer, dass andere ihrer Katzen plötzlich verschwunden waren und nie mehr auftauchten.

Thorsten Panzner, Oberkommissar von der Polizei in Forchheim, meint: "Bislang waren uns vorher keine solchen Vorfälle in Effeltrich bekannt. Wir hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, aber auch unsere Streifen werden ab sofort vermehrt noch aufmerksamer in der Gemeinde sein."


Spezialisten aus Bamberg


Zudem gibt es Überlegungen, Spezialisten für diese Ermittlungen aus Bamberg hinzuzuziehen, fügt Panzner an. Schließlich ist Tierquälerei ein schweres Vergehen. Nach dem Tierschutzgesetz drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren für Täter, die grundlos töten oder Tieren erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügen.

Doch zunächst heißt es für Regina und Jörg Sorgler abzuwarten, was aus den Ermittlungen wird. Solange werden sie auch Angst um ihren Nero haben, wenn er auf Streifzug durch die Nachbarschaft geht.


Vielleicht eine Belohnung


Die Eheleute wollen aber nun auch selbst die Initiative ergreifen: "Vielleicht setzen wir jetzt bald eine Belohnung aus und zwar für eventuelle Zeugen, die etwas mit bekommen haben."

Oder es gibt aber weitere Katzenbesitzer, deren Tiere Opfer des unheimlichen Schützen geworden sind. Sie können sich mit Regina Sorgler unter Telefon 09191-5427 in Verbindung setzen oder aber mit der Polizei in Forchheim unter 09191-70900.