Forchheim
Kabarett in Forchheim

Kabarettistin Karin Engelhard in Forchheim über Mode und die Wiesn

Kabarettistin Karin Engelhard hat sich in Forchheim über die Mode und das Oktoberfest lustig gemacht.
Karin Engelhard in Forchheim. Fotos: Barbara Herbst
Karin Engelhard in Forchheim. Fotos: Barbara Herbst
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Ein weißblaues Dirndl mit dem bayerischen Löwen aus Straßsteinen trägt Karin Engelhard und redet in breitem fränkischen Dialekt. Die Kabarettistin wagt diesen optisch-sprachlichen Spagat im Modeoutlet Madeleine in Forchheim.

Dessen Leiterin Marion Bley hat die gebürtige Pleinfelderin eingeladen, mit den Kunden vergnüglich in den Herbst zu starten. Und was für ein Thema bietet sich da mehr an als das Frotzeln über das größte "Besäufnis der Welt". Und über die Mode, Kleider kaufen und die dazu gehörigen Probleme der Figur.

Da müssen sich die "Prosecco-Drosseln" in der hinteren Reihe anhören, auch der Statler-und Waldorf-Muppetshow-Ersatz in der ersten Reihe und die junge "Jury bei Dieter Bohlen", die sich einen Verkaufstisch als Platz gewählt hat, sie alle müssen sich anhören, dass die Schauspielerin diverse Verkaufshows kennt, auch die, in der für die
"handgestrickte Halskrause mit echtem Schweizer Zopf" geworben wird.

Engelhard geht unbekümmert auf das nicht rein weibliche Publikum zu und schlägt immer wieder Bögen vom angeblich erlebten Festgeschehen in München zum typisch Männlichen oder Weiblichen im mittleren Alter. Steif und fest behauptet sie, auch Männer kämen in die Wechseljahre. Dann, wenn sie sich ein Cabrio zulegten. "Wo's nei kemma, aber nimmer raus." Dafür könne man einen Treppenlifter zweckentfremden, rät sie, ehe sie mal wieder allen zuprostet.

"Die Wirtschaft ist bereit Kultur zu fördern", hat nur wenige Stunden zuvor Forchheims neue Kulturbeauftragte betont. Bley muss das geahnt haben, denn auch das Madeleine-Outlet betrat mit dem kabarettistischen Nachmittag Neuland. Bei dem es gewiss für viele Zuschauer Reminsizenzen gab, wie die harte Kindheit, in der man Blackberrys noch mit dem Resi-Eimer suchte.

Fränkisch-englisch kann man auch singen. Bei Engelhard heißt dann aber der Refrain des Elvis-Songs: "Des Wonder des bist du". Dann beginnt sie ihren Rückzug zu "Altbausanierung und Bauernmalerei".